Wernigerode l  Den Anfang macht die höchste Fußball-Liga im Land Sachsen-Anhalt, mit Aufsteiger FC Einheit Wernigerode und dem SV 1890 Westerhausen sind zwei Harzvertreter in der Verbandsliga vertreten.

Der Fußballverband Sachsen-Anhalt hat am 12. März den Spielbetrieb in allen Klassen ausgesetzt. Dies gilt vorläufig bis zum 19. April. Bis dahin rollt auch in der Verbandsliga, der höchsten Spielklasse des Landes, kein Ball.

Fortsetzung steht in den Sternen

Bisher sind 22 von 34 Spieltagen absolviert. Aufgrund von witterungsbedingten Ausfällen haben einige Teams erst 18 Spiele bestritten, ob die Saison ordentliche zu Ende gespielt werden kann, abgebrochen werden muss oder der Fußballverband einen alternativen Modus entwickelt, steht aktuell in den Sternen.

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An der Tabellenspitze führt der 1. FC Romonta Amsdorf mit fünf Punkten Vorsprung auf Blau-Weiß Zorbau souverän das Tableau an. Harzvertreter SV Westerhausen rangiert in seiner zweiten Saison als Tabellensiebter im gesicherten Mittelfeld. Der VfB Sangerhausen hätte als Schlusslicht kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt. Anders sieht es bei Rot-Weiß Thalheim (16.) und dem SV Dessau 05 (15.) aus. Sie haben nach vielversprechendem Rückrundenstart bei einem Spiel weniger nur noch drei beziehungsweise einen Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den Aufsteiger Einheit Wernigerode belegt.

Probleme seit dem Jahreswechsel

Die Hasseröder verspielten dagegen mit nur einem Punkt aus drei Rückrundenpartien, allesamt gegen direkte Konkurrenten, ihre gute Ausgangsposition vor dem Jahreswechsel. Nach der 0:2-Heimpleite gegen VfL Kelbra kam den Hasse­rödern die Pause nicht einmal ungelegen. „Natürlich ist es nicht schön, dass kein Fußball gespielt werden kann, aber für die Jungs ist es momentan vielleicht sogar besser. Ich glaube nicht, dass sie den Schalter so schnell hätten umlegen können, zumal es nach der schwierigen Partie beim Schlusslicht in Sangerhausen gegen starke Mannschaften gegangen wäre“, so Dirk Rühr, sportlicher Leiter des FC Einheit.

„Bis zur Halbserie waren wir mit 17 Punkten aus 16 Spielen im Soll, obwohl nicht alles rund lief hatten wir fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Aus den drei Rückrundenspielen gab es dann gegen direkte Konkurrenten nur einen Punkt, das war natürlich eine Katastrophe“, so Dirk Rühr.

„Im Moment ist es nur eine Kopffrage, die Mannschat hat auf jeden Fall das Zeug dazu, in der Verbandsliga zu bestehen. Aktuell überwiegt die Angst, Fehler zu machen, oft sind wir zu grün für die Verbandsliga gegen abgezocktere Spieler. Wenn Du den Gegner einlädtst, wird das gnadenlos mit Gegentoren bestraft“, fügte Rühr hinzu.

Potenzial im Team vorhanden

Mit den beiden Winter-Neuzugängen Mika Hess und Maximilian Farwig schien die „defensive Baustelle“ beseitigt, „trotz ihres jungen Alters verfügen beide Spieler schon über viel Erfahrung in höheren Ligen. Letztendlich ist es ein Problem der gesamten Mannschaft, nach Ballverlusten schneller ins Abwehrverhalten umzuschalten, das ist halt ein Lernprozess“, sieht der sportliche Leiter noch großes Entwicklungspotenzial in der Mannschaft.

Aktuell halten sich die Spieler, wie auch in allen anderen Mannschaften, mit individuellem Training fit. „Trainer Marko Fiedler hat den Jungs Hausaufgaben mitgegeben, was anderes ist ja momentan nicht möglich. Aber die Situation ist für alle gleich. Wenn es morgen wieder los gehen würde, kommen alle aus der gleichen Startreihe“, so Rühr.

Sollte die Saison wegen des Coronavirus nicht zu Ende gespielt werden können, sieht Drk Rühr nur zwei Alternativen: „Entweder die Saison wird komplett annuliert oder es gibt nur Aufsteiger. Dann wären die Ligen zwar größer, aber es könnte ja schon Ende Juli oder Anfang in die neue Saiosn gestartet werden.“