Ilsenburg l Mit einem 2:2-Unentschieden im Harzderby der Fußball-Landesliga Nord haben sich der FSV Grün-Weiß Ilsenburg und der Blankenburger FV in die Winterpause verabschiedet. Jubeln konnte über dieses Ergebnis am Ende nur eine Mannschaft.

Revanche nicht geglückt

Nach der deutlichen 1:4-Niederlage zum Saisonauftakt hatten sich die Grün-Weißen eine Revanche auf die Fahnen geschrieben, durch den späten Ausgleichstreffer mussten sich die Einheimischen trotz deutlicher Feld- und Chancenvorteile jedoch mit einem Punkt begnügen.

Beide Teams mussten mehrere Stammkräfte ersetzen, die Ausfallliste der Blankenburger wog jedoch deutlich schwerer. Trotzdem erwischte die sehr junge BFV-Elf einen Traumstart, der auf Ilsenburger Seite einem Déjà vu aus dem Hinspiel gleichkam. Nach eigenem Freistoß gerieten die Grün-Weißen im direkten Gegenangriff bereits nach drei Minuten in Rückstand. Fabian Both zog von links in die Mitte und spielte den Ball quer auf Martin Zobel. Die FSV-Abwehr bekam keinen Zugriff und der Ball schlug unhaltbar zum 0:1 ein.

Bilder

Die Ilsestädter brauchten etwas Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen. Blankenburg stand tief in der eigenen Hälfte und nahm immer wieder das Tempo aus der Partie. Nach einer Viertelstunde wurde das Spiel der Grün-Weißen druckvoller, Lars Herlemann setzte nach Flanke von Jozef Ulicny das erste Warnsignal (17.). Rodrigo Tschiedel do Prado verfehlte mit Freistößen zweimal haarscharf das BFV-Tor (21., 36.), in der Zwischenzeit hatte Gästekeeper Ben Hartmann bei einem Getümmel vor seinem Gehäuse gerettet (30.).

Ilsenburger treffen vor der Pause

Kurz vor der Pause fiel dann der überfällige Treffer für die Ilsenburger – und dies gleich im Doppelpack. Konrad Babeczko beförderte das Spielgerät im Nachsetzen nach einem Eckball ins Tor (41.), vier Minuten später später legte Marcin Ankudowicz aus Nahdistanz den Führungstreffer nach.

Zur Pause mussten die Blankenburger mit Christoph Pinta und Torschütze Marin Zobel zwei weitere Leistungsträger aus dem Spiel nehmen, mit Michel Reitmann und Marc Henry Huch wurde die Elf weiter verjüngt. Die Überlegenheit der Ilsenburger ließ im Vergleich zur ersten Halbzeit etwas nach, dennoch blieb der FSV das tonangebende Team. Die erste Chance hatten aber wieder die Blau-Weißen, Tim Carstens köpfte das Leder nach einem Eckball knapp drüber (49.).

Im weiteren Verlauf verpasste es die Armes-Elf – wie schon so oft in dieser Saison - entscheidend nachzulegen. Andy Hentschel köpfte über das Tor (57.), beim Foul an Steven Rentz nach erfolgtem Abschluss entgingen die Gäste mit viel Glück einem Elfmeter. Sekunden später lenkte Ben Hartmann einen Ulicny-Schuss an die Latte, weitere zwei Minuten später entschärfte der BFV-Keeper einen Ankudowicz-Schuss nach schulbuchmäßigem Konter über Andy Hentschel mit einer Riesenparade.

Chancen auf beiden Seiten

Auf der Gegenseite gab Robert Matznick ein Lebenszeichen, sein 25-Meter-Schuss aus der Drehung krachte ans Lattenkreuz (74.). Danach waren es wieder die Ilsenburger, die durch Tschiedel do Prado nach guter Kombination (76.) sowie Jozef Ulicny (82.) und Lars Herlemann (83.), die beide knapp verfehlten, die Entscheidung verpassten.

Dies rächte sich drei Minuten vor Schluss, als sich die Ilsenburger mit unnötigem Ballverlust und Foul den Ausgleich einleiteten. Hendrik Neudek brachte den Ball lang in den Strafraum, Tim Carstens köpfte unhaltbar zum überschwenglich bejubelten 2:2-Ausgleich ein. Im Gegenzug hätte Ankudowicz den FSV Ilsenburg nach Eingabe von Benedict Neugebauer noch zum Sieg schießen können – passend zum Verlauf der Hinrunde ging der Ball über die Latte.

Torfolge: 0:1 Martin Zobel (3.), 1:1 Konrad Babeczko (41.), 2:1 Marcin Ankudowicz (45.), 2:2 Tim Carstens (87.); Schiedsrichter: Kay Schröter (Kelbra), Zuschauer: 153.