Halberstadt l Den Auftakt zum langen Handball-Wochenende in der Halberstädter „Völkerfreundschaft“ im Modus zweimal 20 Minuten gaben am Sonnabend die Männer. Mit dem HV Wernigerode war ein Team aus dem Harzkreis vertreten.

Hier muss erwähnt werden, dass der HV Wernigerode am Wochenende im Nachhinein zum Staffelsieger der Bezirksliga erklärt wurde. Gegen den eigentlichen Meister aus Langenweddingen hatte das Team erst eine Woche zuvor ein umkämpftes Duell im Kampf um die Liga-Krone gezeigt, sportlich aber klar verloren. Nun wurde diese Begegnung, wie schon das Hinspiel, am grünen Tisch für den HVW gewertet. Grund: Wieder hatte der SV Langenweddingen II einen Spieler eingesetzt, der die Wartefrist nicht eingehalten hatte, nachdem er bereits in der Sachsen-Anhalt-Liga eingesetzt wurde. Spielwart Steffen Kahmann dazu: „Es geht hierbei um einen Spieler unter 21 Jahren, hier hat der HVSA andere Bestimmungen als der DHB. Das war dem SVL offenbar nicht bewusst.“ Einmalig ist wohl auch, dass der HV Wernigerode im Laufe der Saison acht Punkte am grünen Tisch zugesprochen bekam.

HV Wernigerode scheitert im Halbfinale

Beide Favoriten trafen schon im Halbfinale aufeinander. Die SVL-Reserve hatte zur Schlusssirene mit 16:11 die Nase vorne und zog ins Finale ein. Dort ging es gegen den Vertreter der Bezirksklasse, LSV 90 Klein Oschersleben II. Wie schon im Semifinale setzte sich Langenweddingen mit 16:11 durch und beendete die Saison doch noch mit einem Titelgewinn. Die Wernigeröder entschieden das kleine Finale gegen den HC Aschersleben II knapp mit 19:18 zu ihren Gunsten.

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Wesentlich mehr Harzer Beteiligung bot die sonntägliche Endrunde der Frauen. Mit der SpG Harz, dem HV Ilsenburg und Gastgeber HT 1861 waren gleich drei Bezirksliga-Konkurrenten am Start. Vervollständigt wurde das Feld vom SV Lok Oschersleben. Im Gegensatz zu den Herren gab es hier keinen Favoriten.

Weil sich der HVI mit 16:13 gegen Oschersleben, und der HT nach deutlicher Führung am Ende noch knapp mit 13:12 gegen die SpG Harz aus Wernigerode durchsetzte, kam es zum „Traumfinale“.

Isabell Feider sorgt für Entscheidung

In der Punktspielserie hatte Ilsenburg mit 3:1-Zählern die Nase vorne. Weil sich der TSV Wefensleben mit einem Sieg in Bernburg einen Tag zuvor doch noch die Bezirksliga-Meisterschaft gegen die punktgleiche Schmegner-Sieben gesichert hatte, wollte Ilsenburg nun den Titel im Pokalwettbewerb. Aber auch Halberstadt war hochmotiviert. Als der HVI mit 4:1 in Führung ging, deutete sich ein Verlauf wie in der Saison an. Laura Hohnroth trat dann zweimal erfolgreich vom Siebenmeterpunkt an und glich aus. Ilsenburg schwächte sich zweimal nach Undiszipliniertheiten mit Zeitstrafen. Halberstadt trug seine Angriffe immer strukturiert vor, im Tor parierte zudem Maria Nehrkorn einige wichtige Bälle. Beim 11:7 zur Pause hatte die Schmid-Sieben auch mit zwei tollen Toren von Youngster Sophie Schulze die Partie gedreht.

In Durchgang zwei verkürzte der HVI und kam mit Druck und Toren von Isabel Liebecke zurück. Als es 16:17 stand – da hatte Ilsenburg einen Strafwurf liegengelassen – war trotzdem eine Verlängerung möglich. Isabell Feider machte aber zwei Sekunden vor Ende mit dem 18. HT-Treffer den Pokalsieg klar.

Trainer Denis Schmid war zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die im Vorjahr bei der gleichen Veranstaltung noch auf dem vierten Platz gelandet war: „Entscheidend war sicher auch, dass wir alle Siebenmeter verwandelt haben. Wir wollten unseren Heimvorteil nutzen. Das hat man denke ich auch an unserer Körpersprache gesehen.“

Uwe Schmegner vom HV Ilsenburg, wie 2017 wieder Vize-Pokalsieger, kritisierte die Strafwurfverteilung im Endspiel. „7:2 Siebenmeter für den HT sind nicht ganz sachgerecht. Natürlich haben wir aber auch in der ersten Halbzeit zu viel und zu schnell abgeschlossen. Prinzipiell bin ich zufrieden mit dem Gezeigten.“

Gute Schiedsrichterinnen

Die beiden jungen Schiedsrichterinnen aus Bernburg sollen nicht unerwähnt bleiben. Sie traten für ihr Alter souverän auf und haben viel Perspektive. 

Als Gastgeber fasste HT-Präsident Denis Schmid zusammen: „Für Halberstadt war diese Finalserie etwas Besonderes. Es hat Spaß gemacht.“