Wernigerode (fbo) l Von Beginn an taten sich beide Vereine schwer. Fehlwürfe und Ungenauigkeiten im Spiel ließen wenig Treffer zu. Auch die Unparteiischen hatten ihren Anteil an einer insgesamt doch zerfahrenen Begegnung. „Schon in der Anfangsphase wurden Zeitstrafen und Rote Karten verteilt, ohne vorher mit allen möglichen gelben Karten oder mit Ermahnungen zu arbeiten, was sich bei den Akteuren nicht Nerven schonend auswirkte“, bilanzierte der Wernigeröder Betreuerstab.

Das Handballerische geriet in den Hintergrund. Die zeitweilige Manndeckung gegen einige Spieler der Gäste konnten diese gut kompensieren, da Norman Hoffmann, Ole Christiansen und Maurice Hanke, die sich bietenden Räume zu Treffern nutzten. Aber schon früh machte sich das Fehlen der etatmäßigen Außenspieler Lucas Conradi und Gustav Eilers bemerkbar. HVW-Spieler Marco Jahn musste bereits in der 10. Minute das Feld nach Rot verlassen. Die Hausherren nutzten die vielen Zeitstrafen gegen die Harzer und blieben auf Schlagdistanz. Zeitweilig standen nur noch vier Wernigeröder Feldspieler auf dem Parkett. Aber auch die Gastgeber blieben nicht verschont und kassierten in der 15. Minute ihrerseits Rot. Zehn Zeitstrafen und drei Rote Karten waren das Resultat der Regelauslegung der Schiedsrichter innerhalb der ersten Halbzeit.

Gäste haben Oberwasser

Tore fielen auch noch. Bis zum 4:4 (10.) war es ausgeglichen. Dann hatten die Wernigeröder kurzzeitig Oberwasser und konnten mehrmals mit zwei Treffern in Führung gehen (6:8, 8:10). Eigene Fehler brachten die Landsberger zurück in Spiel, die das Match bis zur Pause auf 13:11 drehten, auch begünstigt durch Rot gegen Maurice Hanke (27.).

In der Halbzeitpause waren die Entscheidungen der beiden Männer in schwarz das große Thema bei den Anhängern beider Lager.

Keine hochklassige Begegnung

Nach dem Wechsel war es ein völlig anderes Spiel. Die Schiedsrichter ließen viel laufen und so entwickelte sich eine spannende, aber nicht hochklassige Begegnung. Die Kontrahenten übertrafen sich bei Fehlern und Fehlwürfen. Auf Seiten des HVW feierte Moritz Tischer sein Comeback nach langer Verletzungspause. Ihm gelangen wichtige Treffer. In der 36. Minute erzielte Tom Kaufmann die letzte HVW-Führung zum 15:14, danach zog sich eine Welle von Fehlern durch das Spiel der Harzer und die Hausherren nutzten die sich bietenden Gelegenheiten ohne selbst zu brillieren. Beide Torhüter zeichneten sich mehrfach aus, wobei der LHV-Keeper Richter häufig richtig auf die andauernd flach geworfenen Abschlüsse der HVW-Akteure spekulierte. Auf 21:17 bauten die Landsberger ihren Vorsprung aus (52.). Auch wenn die Wernigeröder sich nicht aufgaben, konnten sie das Blatt nicht mehr wenden. Auch eine weitere Rote Karte für die Gastgeber konnte da nicht genutzt werden. Am Ende stand ein 23:21-Heimsieg für den Landsberger HV an der Anzeigetafel.

Trainer Jens Kaufmann zog folgendes Fazit. „Bedingt durch die Ausfälle beider Stamm-Außenspieler sind wir nicht zu unserem schnellen Umschaltspiel gekommen. Außerdem haben wir uns zu sehr mit den Entscheidungen der Unparteiischen beschäftigt und viel zu viele eigene Fehler produziert. So kann man dann ein Auswärtsspiel nicht gewinnen, obwohl dies durchaus möglich gewesen wäre“.

HV Wernigerode: Grawe, Konstabel, Stein - Richter, König, Kaufmann (6/2), O. Christiansen (5), Hanke (2), Bomeier, N. Christiansen (2), Tischer (2), Schulze, Hoffmann (4), Jahn.