Wernigerode l Eine Woche nach dem Sieg beim damaligen Ligakrösus HV Rot-Weiß Staßfurt II wurde nun auch der neue Tabellenführer HC Burgenland II in einem spannenden Spiel vor heimischer Kulisse mit 36:31 bezwungen.

Nachdem die Wernigeröder in der Vorwoche den Spitzenreiter HV Rot-Weiß Staßfurt II gestürzt hatten, ging es am Sonnabend direkt gegen dessen Nachfolger. Der HC Burgenland II zeigte zu Beginn, warum er ganz vorn in der Tabelle steht. Mit engagierten und zielgerichteten Aktionen wurde sich immer wieder gegen die Harzer Deckung durchgesetzt und erfolgreich abgeschlossen. Hier tat sich vor allem Marcus Födisch hervor, der von der HVW-Abwehr praktisch nicht zu stellen war. Zudem haderten die Hausherren mit dem Wurfpech. Gleich drei Mal knallte der Ball in der Anfangsphase gegen Aluminium.

HVW dreht Partie nach furiosem Lauf

Die Gäste bestimmten das Geschehen in den ersten zwölf Minuten und HVW-Coach Jens Kaufmann musste beim Stand von 5:8 die erste Versammlung an der Seitenlinie einberufen. Zwar fruchtete die taktische Maßnahme, Födisch in Manndeckung zu nehmen und damit den Spielfluss der Burgenläner zu stören, dennoch wuchs der Rückstand auf 7:11 an (18.). Doch dann läutete Torwart Michael Grawe mit einem gehaltenen Strafwurf die Wende ein. Ein 6:0-Lauf binnen sieben Minuten brachte die 14:11-Führung – die Halle stand Kopf. Auch Zeitstrafen überstanden die Hausherren gut, mit einer 16:14-Führung ging es in die Pause.

Spannung nach dem Seitenwechsel

Nach dem Wechsel wurde HCB-Spielmacher Födisch weiter mit einer Sonderbewachung aus dem Spiel genommen. Die Hausherren konnten ihrerseits den Schwung aus der Schlussphase der ersten Spielhälfte in die zweite Halbzeit mitnehmen und die Führung bis zur 38. Minute auf 21:17 ausbauen. Doch die Gäste wussten in der Folge den freieren Spielraum besser zu nutzen und hielten den Anschluss. Die Harzer ihrerseits konnten das hohe Niveau nicht mehr halten und produzierten Fehler. Der Vorsprung schmolz, in der 50. Minute gelang den Gästen der Ausgleich zum 27:27. Jens Kaufmann reagierte wieder mit einer Auszeit –und die brachte den gewünschten Erfolg.

Neu eingestellt und fokussiert stellten sich der HV Wernigerode dem Gegner entschlossen entgegen. Die Manndeckung wurde aufgehoben, die Abwehr stand jetzt wieder besser. Zwei Treffer zum 29:27 waren der Lohn. In der 55. Minute musste Abwehrchef Nils Christiansen das Feld nach einem Foul verlassen, Marcus Födisch nutzte seine Chance zum 29:28. Aber die Wernigeröder waren nicht mehr zu stoppen.

HVW in der Schlussphase willenstärker

Michael Konstabel im Tor parierte einige Bälle und in der Offensive wurde wieder konzentrierter abgeschlossen. Födisch hielt die Gäste zwar mit seinen Treffern noch im Spiel, aber im Angriff verwandelten die Wernigeröder jeden Ball. Am Ende wurde mit den vielen euphorisch gestimmten Anhängern ein 36:31-Sieg über den Tabellenführer gefeiert.

Entsprechend zufrieden war Trainer Jens Kaufmann nach dem Spiel: „In einer Wochen zweimal den jeweiligen Spitzenreiter zu schlagen, das ist schon ein gutes Gefühl. Es zeigt auch, welche Möglichkeiten in dieser Truppe stecken. Ich kann dem Team nur ein Lob aussprechen. Jeder hat gekämpft und sich voll reingehängt. Burgenland hat von Beginn an gezeigt, dass sie zurecht ganz weit oben in der Tabelle stehen. Mit der Unterstützung unserer Anhänger ist uns dann die Wende im Spiel gelungen. Es macht allen Spaß, vor solch einer Kulisse zu spielen und das Publikum ist wirklich der achte Mann in der Zindelhalle“.

Statistik

HV Wernigerode: Grawe, Konstabel, Reuter - Hanke (4), Kaufmann (4/1), O. Christiansen (3), Conradi (11/3), N. Christiansen (3), Hase (3), Tischer (3), Eilers (1), Bomeier, Hoffmann (4), Jahn;

Zeitstrafen: HV Wernigerode 4; HC Burgenland II 3;

Siebenmeter: HV Wernigerode 5/4 - HC Burgenland II 5/3.