Hüttenrode l „Dies war seit Jahren das niveauvollste Hüttenröder Finale“, so die Meinung von Dr. Stephan Pecher, seines Zeichens seit vielen Jahren sportlicher Leiter des Turniers und zudem auch noch Spieler beim Gastgeber in der Spiel-Gemeinschaft mit dem Magdeburger Astbergteam. Dieser Einschätzung schlossen sich die zahlreichen Zuschauer an, die trotz des späten Beginns ausharrten und ihr Kommen nicht bereuen sollten.

Zwar siegten bei den Herren die mit Bundesliga- und sogar Nationalspielern angetretenen Bad Dürrenberger vom VC Timbuktu klar mit 3:0 und holten den Pokal der Hasseröder Brauerei, aber der Gegner, die Dritte Wahl aus Delitzsch, wehrte sich mehr als tapfer. So ging der große Pott verdient nach Sachsen.

Platz 5 für Pokalverteidiger

Pokalverteidiger Bacardi Potsdam hatte schon im Auftaktspiel gegen die Berliner Ultralords einige Probleme und kam über ein 1:1 nicht hinaus. Im Viertelfinale war dann gegen den späteren Turniersieger Endstation – so reichte es zum Abschluss nur zu Rang fünf.

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Die beiden Mitfavoriten USC Magdeburg bzw. Rodehütten scheiterten in den Halbfinalspielen und belegten danach die Ränge drei und vier. Bestes Team aus der Harzer Region wurde Wissenschaft Quedlinburg – verdienter Lohn war ein Sonderpokal der Blankenburger Firma Reifen-Bauch. Der Gastgeber erkämpfte sich Rang 26 und zeigte sich genau wie die „Hüttenröder Feierwehr“ mit Platz 39 nicht unzufrieden.

Bei den Damen setzte sich der Turnierneuling VSV Jena gegen BBB Leipzig klar mit 3:0 durch, hatte aber mehr Widerstand zu brechen, als es der klare Erfolg scheinbar ausdrückt. Daher war der Jubel der Thüringerinnen umso lauter, als der Pokal der Harzsparkasse übergeben wurde.

Neuanfang der Blankenburgerinnen gelingt

Die Mitfavoriten Entenhausen und Reform Magdeburg waren im Halbfinale gescheitert. Die Quedlinburger Volleyschnecken wurden mit Platz zwölf beste Harzer Mannschaft und konnten sich über den Pokal des Talsperrenbetriebes Blankenburg freuen. Die Blankenburger Volleyballfreunde mussten sich mit Rang 15 zufrieden geben, zeigten nach dem Neuanfang aber sehr ordentliche Ansätze.

Doch das Hüttenröder Volleyballturnier lebt ja nicht nur von seiner ausgezeichneten Besetzung, sondern auch von seinen Rahmenveranstaltungen und dem großen Spaß. Auf einer großen historischen Tafel, angefertigt von seinem Mitstreiter, war ein Blick in die Geschichte des Turniers möglich. 1979 wurde das Turnier erstmals DDR-offen ausgeschrieben und es waren auch fünf Damenteams am Start, Stahl Freital aus der DDR-Liga triumphierte. Am „Start“ war aber auch die Kinderfernsehfigur Pittiplatsch, gespielt von Astrid Rißmann. Sie ließ es sich nicht nehmen, als besonderer Gast zur Eröffnung zu kommen – und spät abends als Hexe mit ums Feuer zu tanzen. „Die Hexennacht war super – bestens, liebe Ober-Hexe Rachel“, so ein Fan aus Blankenburg.

Stimmung pur herrschte auch beim „Internationalen Holzturnier“, wieder triumphierte das „Team Hohmann“ aus Hüttenrode und sorgte dafür, dass die Trophäe im Dorf bleibt. Eine Kiste Spaß dazu war verdienter Lohn.

Mannschaften aus den alten Bundesländern

So ging mit der Abreise der Mannschaften am Pfingstmontag auch die 46. Auflage der großen Netzaktion unter dem Motto „rein in den Harz und ran ans Netz“ zu Ende. „Wir möchten uns bei allen Sponsoren, Unterstützern und fleißigen Helfern bedanken“, so der Vereinsvorsitzende Hans-Gerd Charwat. Und er versprach, dass es auch im kommenden Jahr ein Hüttenröder Volleyball-Turnier geben soll. Dann feiert es seine 50-jährige Geschichte, 1970 erlebte die Sportanlage den Beginn – in den 70er Jahren war eine organisatorische Pause erforderlich – 1983 war es international – 1990 erstmals auch Mannschaften aus den alten Bundesländern am Start. Aber es muss auch gesagt werden, dass die Organisation immer schwieriger wird. Auch darüber werden die Mitglieder des Sportvereins Glück auf intensiv reden.

Sie alle wollen und werden den nächsten Vereinshöhepunkt vorbereiten – am 31. August feiert der organisierte Vereinssport in Hüttenrode sein 125-jähriges Gründungsjubiläum. Dann soll es heißen: Sport frei bei Glück auf!