Hüttenrode l Bereits zum 46. Mal hatte der SV „Glück auf“ Hüttenrode zu seinem legendären Pfingst-Volleyballturnier eingeladen. Zahlreiche Teams waren auch 2019 am Start. Doch was macht das Turnier aus, was für Arbeit steckt dahinter und wie geht es weiter mit der Tradition? Volksstimme-Mitarbeiter Christian Bogus hat sich auf die Suche nach Antworten begeben und diese beim Organisationsvorsitzenden Torsten Gehlman gefunden.

Volksstimme: Was sind die Gründe, dass das Turnier so beliebt ist?

Torsten Gehlmann: Dafür gibt es verschiedene. Zum einen ist es natürlich die Liebe zum Vollyballsport, doch wird den Teilnehmern noch viel mehr geboten: Sei es die Kinderhexennacht, das internationale Holzturnier oder die Parties im Festzelt, um nur einige zu nennen. Ein weiterer Grund ist, dass alle Volleyballspieler auf dem weitläufigen Gelände Zelten können, sogar zwischen den Bäumen. Außerdem ist das Turnier einmalig. So etwas, wo so viel auch drumherum geboten wird, gibt es in ganz Deutschland nicht und das belegen ja auch die Anmeldedaten. Wir haben Teams aus dem ganzen Bundesgebiet, die nur dafür zu uns kommen.

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Seit 46 Jahren wird das Turnier hier in Hüttenrode ausgerichtet, hat sogar die Wende überstanden und ist heute noch immer so präsent. Wie ist ihnen das gelungen?

Ich denke, dass liegt zum größten Teil daran, dass hier eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht und viele auch mit ihren Kindern anreisen, die natürlich, wenn sie größer sind, auch wieder zu uns kommen und dann ihre Kinder mitbringen. Wir haben hier sehr oft Spieler, die schon in zweiter oder sogar dritter Generation am Turnier teilnehmen und das hält uns am Leben. Darüber hinaus hilft uns natürlich auch der Buschfunk. Wer einmal hier war, will wieder hin und sagt das natürlich auch weiter und weckt so Interesse.

Am Turnier teilnehmen dürfen ja „nur“ 48 Männer- und 24 Frauenteams. Es wären sicher viel mehr möglich. Warum diese Begrenzung?

Mehr ist logistisch einfach nicht möglich. Wir haben nur zwölf Felder und auch die sanitären Einrichtungen würden nicht mehr hergeben. Der Platz im Wald zum Zelten ist natürlich auch begrenzt und deswegen haben wir uns diese Grenze gesetzt, die wir auch jedes Jahr erreichen. Oft müssen wir Teams, was uns sehr leid tut, im Vorfeld der Veranstaltung absagen, da wir einfach voll sind.

Bei 46 Turnieren die sie schon veranstaltet haben gibt es bei den Vorbereitungen ja sicher eine gewisse Routine. Doch was bedeutet es, so ein Turnier auf die Beine zu stellen?

Für unsere rund 160 Vereinsmitglieder: Jede Menge Arbeit. Direkt nach dem Turnier beginnen schon die Vorbereitungen für das kommende. Die Versorgung muss sichergestellt werden, alle Genehmigungen bei den Ämtern eingeholt werden. Das Gelände wird nach dem Turnier gereinigt und dann das ganze Jahr über gepflegt. Da bekommen wir auch sehr viel Unterstützung von Leuten aus dem Ort, die nicht dem Verein angehören. Sie sagen sich, dass die Veranstaltung ein Aushängeschild für Hüttenrode ist und da muss jeder an einem Strang ziehen. Das freut uns und macht uns natürlich auch stolz.

Von rückläufigen Mitgliederzahlen ist auch ihr Verein betroffen. Ist denn in Zukunft solch ein Turnier überhaupt noch machbar?

Es wird sehr schwer und das merken wir auch von Jahr zu Jahr. Die Mitglieder werden Älter und es rückt keine Jugend nach, die Aufgaben übernimmt. Noch kompensieren wir das durch unsere Mitglieder, die einfach 150 Prozent geben, damit das Turnier stattfinden kann. Doch das geht natürlich auch nicht auf Dauer. Wir hoffen, dass wir das 50. Jubiläum noch schaffen. Alles was danach kommt steht bislang noch in den Sternen. Für uns und auch für den Ort wäre es sehr bitter, wenn diese wunderschöne Tradition enden würde. Doch daran wollen wir gar nicht denken und schauen schon auf das kommende Jahr, wenn Hüttenrode wieder drei Tage lang das Mekka des Volleyballsports sein wird.