Dalarna l Da der Winter im Harz dieses Jahr zu wünschen übrig lässt, freuen sich fünf Harzer, dass sie sich bereits vor einem Jahr vorgenommen haben, am Wasalauf in Schweden teilzunehmen.

Wasalauf ist Mekka des Skilanglaufes

Wer mit Skilanglauf groß wird und dieser Sportart verfällt, der kommt am Wasalauf nicht vorbei. Ein jeder Skilangläufer kennt dieses Sportevent. Der Vasaloppet in der Region Dalarna ist aber viel mehr als nur ein Skilanglauf-Rennen. Die Schweden zelebrieren ihren „Vasaloppet“ wie einen zweiten Nationalfeiertag. Die Begeisterung am Streckenrand und vor allem auf der Zielgeraden in Mora gilt als einzigartig.

Bereits seit 1922 findet der Lauf immer am ersten Sonntag im März statt. Jeder leidenschaftliche Skilangläufer will einmal im Leben die legendären 90 Kilometer von Sälen nach Mora absolvieren – so auch Michel Fräsdorf vom Skiverein Hasselfelde, Felix Wetterling vom WSV Elbingerode, Thomas Hedderich und Marcel Holland vom Nordischen Skiverein Wernigerode und Michael Weiß vom Ski-Club Altenau.

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Kindheitstraum erfüllt

Bei einigen ist die Teilnahme ein Kindheitstraum, bei anderen reifte der Gedanke in den vergangenen Jahren heran. „Für mich war es einfach ein Wunsch, bei dem größten Skilanglaufevent teilzunehmen und gleichzeitig die Herausforderung zu suchen, diese Strecke zu bewältigen“, erklärt Marcel Holland.

Als Kind eine Urkunde vom Wasalauf gesehen

Für Thomas Hedderich, zu Jugendzeiten Leistungssportler Skilanglauf, der am Sportgymnasium Oberhof trainierte und heute als Sportkoordinator des Skiverbandes Sachsen-Anhalts tätig ist, gehört Skilanglauf seit jeher zum Leben: „Als Langläufer muss man da einfach mal dabei sein. Das ist Tradition. Als Kind habe ich bei meinem damaligen Trainer Manfred Wetterling eine Urkunde vom Wasalauf gesehen und gedacht, so eine möchte ich auch haben.“

Mit der gleichen Leidenschaft, gemeinsamen Trainingseinheiten und dem Wunsch, am Wasalauf teilzunehmen, reifte der Gedanke, dieses Vorhaben endlich einmal in die Tat umzusetzen. Dazu gehört aber nicht nur der Wunsch, sondern auch viele Trainingsstunden, vornehmlich auf Skirollern, beispielsweise mit Schubtraining von Wernigerode rauf auf den Brocken, lange Cross­einheiten und das Sammeln von Schneekilometern in der Ferne sowie eine detaillierte Planung. Diese übernahm in den vergangenen zwölf Monaten Silke Fräsdorf, die Mutter des jüngsten Gruppenmitgliedes, Michel Fräsdorf.

Wie kommt man aus dem Harz am besten und schnellsten nach Schweden? Wie läuft das mit dem Transport der Ski und des Materials? Welche Unterkünfte an welchen Standorten sollen gebucht werden? Da kommt schnell einiges zusammen, das geht nicht so nebenbei. Nun steht der Plan und am 26. Februar geht’s dann endlich los.

Über Norwegen ins schwedische Skigebiet

In Fahrgemeinschaften machen sich die fünf Aktiven und drei Betreuer auf den Weg nach Berlin. Von dort aus geht es mit dem Flugzeug in die Norwegische Hauptstadt Oslo. Via Mietwagen wird sich dann ins Skigebiet Överbyn begeben, Akklimatisierung und letzte Vorbereitungen – bis zum 29. Februar. Dann ziehen alle um nach Mora – dem Zielort des Vasaloppet, wo hoffentlich alle am 1. März erschöpft, aber glücklich und zufrieden ankommen werden. Von dort geht es am 3. März nach einem Tag Erholung wieder zurück in die Heimat. Alles bestens durchgeplant und organisiert. So sollte schon mal nichts schiefgehen, was das Organisatorische angeht.

Startgruppen-Wahl ist entscheidend

Die zweite Baustelle im vergangenen Jahr war die Wahl der Startgruppen. Beim Wasalauf gehen „ein paar mehr Starter“ ins Rennen, als bei den hiesigen Wettkämpfen und Volksläufen. Mit zehn Startgruppen und etwa 16000 Sportlern ist es nicht egal, aus welcher Startgruppe man das 90-Kilometer-Rennen aufnimmt. Soweit vorn wie möglich will jeder einzelne starten – dafür muss man aber etwas vorweisen können, beispielsweise gute Zeiten bei Wettkämpfen, die als Qualifikationsrennen gelten. So ein Wettbewerb wäre der König-Ludwig-Lauf, der größte Volksskilanglauf Deutschlands bei Oberammergau gewesen, der aufgrund von Schneemangel ausfiel.

Da die Harzer bei ihrem Vorhaben nichts dem Zufall überlassen, fuhren Michel Fräsdorf, Marcel Holland und Thomas Heddrich kurzerhand zum Dolimitenlauf nach Lienz in Osttirol. Dieses kurzfristige und anstrengende Abenteuer lohnte sich aber durchaus, vor allem für Michel Fräsdorf, der sich mit Platz 35 als siebt­bester Deutscher und einer hervorragenden Laufzeit von 1:44:40,0 Stunden über 42 Kilometer einen Startplatz in der ersten Startgruppe des Vasaloppet sicherte, direkt hinter der Elite.

Das gemeinsame Ziel: Top 500

Marcel Holland (Platz 93) und Thomas Hedderich (Platz 117) konnten mit ihren ebenfalls guten Leistungen einen Platz in der Startgruppe zwei beim Wasalauf sichern. Felix Wetterling hatte bereits einen Startplatz in der ersten Gruppe. Michael Weiß startet ebenfalls aus Block zwei – für alle also gute Voraussetzungen, um ein tolles Rennen aufzunehmen und dieses besondere Erlebnis zu genießen. „Das Ziel sind die Top 500“, blickt Michel Fräsdorf voraus und ist sich mit allen anderen einig.

Für das Teamgefühl haben sich die Harzer Skilangläufer noch eine besondere Freude bereitet – ein gemeinsamer Laufanzug soll sie mental unterstützen. Und nicht nur das, auch über eine gemeinsame Mütze, gesponsert von WAHLERS Forsttechnik, Generalimporteur der Ponsse Forstmaschinen, dürfen sich die Harzer Langläufer freuen. Auf diesem Weg bedanken sie sich für die Unterstützung.