Wernigerode l Bevor die Vorbereitung auf die Wintersaison in die heiße Phase geht, hatte Skilanglauf-Talent Alina Rippin vom Nordischen Skiverein Wernigerode während der Herbstferien einen erfreulichen Pressetermin in der Heimat.

Das Leben an der Eliteschule des Sports in Oberwiesenthal ist für die 17-jährige Alina Rippin nicht nur sportlich eine große Herausforderung, auch finanziell wird der Familie aus Darlingerode einiges abverlangt. Die aktuelle Situation rund um die Corona-Pandemie erschwerte es dem Skilanglauf-Talent, die schulischen und sportlichen Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Um der Sportschülerin ihren sportlichen Weg etwas zu erleichtern, haben sich die Steuerberatungskanzlei Dirk Klein und Fahrschule Sattler aus Wernigerode dazu entschlossen, Alina Rippin finanziell zu unterstützen.

Sponsoren wollen unterstützen

„In meinen Augen gibt es hier mit Alina eine Sportlerin, die durch positive Leistungen auffällt, aber aufgrund der Sportart und der geringen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit überhaupt keine Würdigung dafür erfährt. Und da haben wir uns gesagt: Das können wir unterstützen mit einem Sponsoringvertrag für die nächsten zwei Jahre, um ihren Weg fortsetzen zu können“, erklärte Dirk Klein seine Beweggründe für das Engagement. „Und wenn sie dann einmal in Oberhof ganz vorn ist, kann der Ball wieder zurückgespielt werden. Indem man sagt, wir haben auch unseren Beitrag dazu geleistet und wir können auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück schauen“, fügte der Inhaber der Steuerberatungskanzlei hinzu.

Hoffnung auf mehr Akzeptanz

Fahrschullehrer Heiko Sattler, selbst begeisterter Läufer, führt das Engagement auch auf seine eigene Mitgliedschaft im NSV Wernigerode zurück. „Ich bin durch Personen wie Dieter Gersten in den Verein gekommen. Ich bin dabei eher ein stilles Mitglied, keine ,Rennrakete‘, war aber bei einigen Veranstaltungen dabei und bekam dadurch einen guten Kontakt. Durch die Unterstützung hoffe ich, das endlich mehr Akzeptanz in diesen Sport kommt und wir mit den Mitteln, die wir haben, den Weg etwas erleichtern. Ich denke mal, damit können wir Alina ein bisschen weiter helfen“, erzählt Sattler.

„Es ist schon nicht ganz einfach, die Kosten werden auf die Eltern abgewälzt. Und da gilt es abzuwägen: Kannst du es odere kannst du es nicht? Viele Sportler bleiben unentdeckt, weil die Eltern keine Ambitionen haben. Das war halt früher anders“, freut sich Alinas Mutter Melanie Rippin über jegliche Form von Unterstützung.

Eigene Wohnung erleichtert den Alltag

„In Sachsen ist es immer noch etwas anders. Viele sagen, ich probiere es mit der Sportschule, hier werden die Internatsplätze zu 90 Prozent gefördert. Für Sportler aus Sachsen-Anhalt ist das nicht so, dazu kommen auch noch die Fahrtkosten“, erklärt Alina Rippin. Durch den NK2-Status hat die Harzerin einen Teil der Internatskosten erstattet bekommen. Doch durch die aktuell schwierige Lage in Zeiten der Corona-Pandemie hat sich die Familie entschieden, eine private Wohnung zu mieten, in der Alina zusammen mit einer Trainingskameradin lebt.

„Durch die Entwicklungen rund um das Coronavirus, verbunden mit der Schließung von Schule und Internat, wurde sie immer wieder aus dem Training heraus gerissen. Wenn das Internat kurzfristig geschlossen wurde, mussten wir zusehen, wie Alina kurzfristig nach Hause kam“, erzählt Melanie Rippin.

„Eine längere Zeit für sich zu trainieren ist auf Dauer auch keine Lösung. Wir haben es bereits im Frühjahr durchgemacht, auch mit Online-Unterricht. Irgendwo fehlt dir die Motivation, jeden Tag allein zu trainieren“, erinnert sich Alina Rippin an die schwierige Zeit zu Beginn der Corona-Pandemie. Mit der eigenen Wohnung kann die Harzerin nun weiter in Oberwiesenthal trainieren, mit ihren Trainingskameradinnen und unter deutlich besseren Bedingungen.

„Alina ist ein junger Mensch, der den inneren Antrieb hat, eine erfolgreiche Sportlerkarriere zu beschreiten. Und wie ich es auch in der Fahrschule sage: Wir sind eine Treppenstufe auf diesem Weg“, schloss Heiko Sattler das Gespräch. Eine Treppenstufe privater Natur hat Alina Rippin übrigens wenige Tage später genommen: Sie bestand ihre Führerschein-Prüfung mit Erfolg.