Zerbst l Für einen Anhänger des Kegelsports sind es aber Teams wie Bamberg, Szeged, Podbrezova und Zapresic. Und obwohl gerade der Kampf um die Kegelkrone bei den Zerbster Männern eher mit einer „Hass-Liebe“ verbunden war, stehen auch die Top-Kegler des SKV Rot Weiß in der ewigen Rangliste der Champions League ganz weit oben.

Die CL war bei den Frauen seit ihrer Einführung im Jahre 2001/2002, beim ersten Mal noch Europa-Liga genannt, fest in der Hand der Teams aus Bamberg und Celje (SLO). Von den 18 durchgeführten Wettbewerben stand nur dreimal eine andere Mannschaft auf dem obersten Treppchen. Sage und schreibe neun Titel konnte der deutsche Serienmeister aus Bamberg einfahren, gewann zuletzt sogar dreimal in Folge und war außer 2006, als die deutschen Teams international gesperrt waren, bei jedem Finalturnier dabei.

In jedem Finalturnier eine Medaille

Bei den Männern war die Trophäe von mehreren Teams umkämpft. So ist Szeged (HUN) mit vier Siegen der derzeitige Rekord-Titelträger. Knapp dahinter folgen Bamberg und Podbrezova (SVK) mit je drei Titeln. Die Rot-Weißen aus Zerbst, die erst 2006/2007 auf der internationalen Bühne auftauchten, holten ebenfalls drei Titel und gewannen bei all ihren Finalturnier-Teilnahmen eine Medaille.

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2010: SKV holt ersten Titel

Nach dem ersten deutschen Meistertitel des SKV 2006 begann die CL-Karriere der Zerbs- ter beim Finalturnier 2007 in Podbrezova mit der Bronzemedaille. Hier wurde im Spiel um Platz drei gegen Szeged gewonnen, denen die Rot-Weißen nur ein halbes Jahr zuvor beim Weltpokalfinale noch unterlegen waren. Bis zum ersten Titel der Mannen um Teamchef Timo Hoffmann sollte es aber noch drei Jahre dauern. Nach Bronze 2008 in Zalaeger- szeg (HUN) mit einer Halbfinal-Niederlage gegen den Gastgeber und späteren Titelträger und Silber 2009 in Koblach (AUT) mit dem klar verlorenen Finale gegen Bamberg war es 2010 endlich soweit.

Keglerkrone im serbischen Apatin

Im serbischen Apatin, übrigens auch Austragungsort des kommenden Finalturniers 2021, holten sich die Zerbster Ausnahmekönner erstmals mit einem Finalsieg gegen Szeged die Keglerkrone und damit den einzigen noch fehlenden Titel in der Vereinschronik.

Dritter Triumpf in der Höhle des Löwen

Nach Silber beim „Heimspiel“ mit katastrophalem Bahndefekt 2011 in Bad Langensalza und Bronze 2012 in Celje (SLO) schafften es die Zerbster 2013 erstmals nicht ins Finalturnier nach Podbrezova. Sie unterlagen im Viertelfinale in zwei Partien dem späteren Bronzemedaillengewinner KK Beograd (SRB) und schieden aus. Das war aber auch die einzige verpasste Teilnahme der Rot-Weißen an einem Final-Four-Turnier der CL.

2014 klappte es für den SKV in Straubing mit einer Halbfinal-Niederlage gegen Zadar (CRO) überraschend nicht mit dem Finaleinzug und er musste sich mit Bronze zufrieden geben. Dies wurde ein Jahr später an gleicher Stelle mit dem zweiten Titelgewinn direkt korrigiert. In einem überaus spannenden Finale wurde der damalige Titelverteidiger Szeged knapp niedergekämpft. Der Jubel kannte keine Grenzen.

Während sich die Hoffmann, Müller & Co. 2016 in Bamberg beim nächsten Szeged-Sieg mit Bronze trösteten, trumpften sie in der nächsten CL-Spielzeit wieder ganz groß auf und holten sich in der „Höhle des Löwen“ in Podbrezova zum dritten Mal den Pott. Nach einem wahnsinnigen Halbfinalsieg gegen die favorisierten Gastgeber, Timo Hoffmann spielte seinerzeit eine 201er Bahn, wurde im Finale erneut Titelverteidiger Szeged entthront.

Die meisten Podestplätze aller Mannschaften

Podbrezova mit einem überragenden Vilmos Zavarko revanchierte sich im Finale 2018 in Bamberg mit einem sehr knappen Finalsieg und verwies den SKV auf den Silberrang. Im bisher letzten Finalturnier der CL im kroatischen Zapresic waren die Rot-Weißen im Halbfinale gegen die groß aufspielenden Gastgeber, die am Ende auch den Titel gewannen, chancenlos, trösteten sich aber auch hier mit der Bronzemedaille.

In der ewigen CL-Rangliste (siehe nebenstehenden Infokasten) rangieren die Rot-Weißen derzeit auf Rang drei, obwohl sie bei jeder Final Four-Teilnahme mit einer Medaille heimkamen. Sie haben mit insgesamt zwölf Medaillen die meisten Podestplätze aller Mannschaften errungen.

Nach derzeitigen Planungen des Kegel-Weltverbandes soll in der kommenden Saison zur Entzerrung des durcheinander geratenen Sportplans keine Champions League ausgespielt werden. Stattdessen soll die durch die Corona-Pandemie abgebrochene CL-Saison 2019/20 mit dem Finalturnier in Apatin zu Ende gespielt werden. Dort haben die Zerbster Spitzenkegler die Chance, ihren vierten Titel zu gewinnen. Dann stehen wieder die Vereinsnamen Zapresic, Split, Szeged und natürlich Zerbst ganz hoch im Kurs.