Zerbst l Nach Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat nun auch Thüringen auf die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz reagiert und Anpassungen der Corona-Verordnung vorgenommen. Auch in Sachsen-Anhalt und in der Region mehren sich die Stimmen, wenigstens Kindern und Jugendlichen das Training zu ermöglichen. In den genannten Ländern dürfen Kinder und Jugendliche weiterhin in festen Gruppen und unter strikter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen im Freien gemeinsam Sport treiben.

Auch die Präsidenten der Regional- und Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund haben sich im Rahmen ihrer Konferenz gemeinsam mit DFB-Präsident Fritz Keller nachdrücklich dafür ausgesprochen, bundesweit den Trainingsbetrieb im Amateursport wieder zuzulassen. „Der an die Politik gerichtete Appell bezieht sich in erster Linie auf die Möglichkeit des organisierten Sporttreibens für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel und schließt dabei ausdrücklich nicht nur den Fußball ein“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Bewegungsdrang ausleben

DFB-Präsident Fritz Keller sprach sich dafür aus, „vor allem Kindern und Jugendlichen schnell wieder die Möglichkeit zu bieten, ihren Bewegungsdrang gemeinsam im sportlichen Trainingsbetrieb auszuleben. Sport ist wichtiger denn je.“

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Auch Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten, unterstützt diese Aussage: „Der Breitensport und seine Vereine bewegen Großes, gerade wenn es darum geht, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Die Vereine haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit den Verbänden enorme Anstrengungen unternommen und die Herausforderungen ebenso hervorragend wie verantwortungsvoll bewältigt. Dass sie aktuell zur sportlichen Untätigkeit verurteilt sind, tut weh. Das generelle Verbot des Trainingsbetriebs sollte zumindest für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren aufgehoben werden, dies gilt nicht nur für den Fußball, sondern zumindest für alle Sportarten, die an der frischen Luft ausgeübt werden.“

Diese Forderung hat auch der Fußballverband Sachsen aufgetan. „Das FSA-Präsidium hatte schon am 2. November eine derartige Bitte an die Landesregierung von Sachsen-Anhalt per Schreiben verschickt“, heißt es auf der Homepage. Frank Hering, Kommissarischer Präsident des FSA sagte: „Wir haben uns einstimmig in einer Präsidiumssitzung dafür ausgesprochen, diese Forderung zu unterstützen. Sportliche Betätigung ist gerade im jungen Alter sehr wichtig. Darüber hinaus ist der Schulsport weiterhin erlaubt. Wir wollen, dass es auf Vereinsebene genauso sein kann. Sonst wäre das unverhältnismäßig.“

Die Meinungen in den Vereinen der Region stützen die Forderung. „Ich wäre dafür, dass die wieder Kinder Sporttreiben können“, sagte Marcel Schöbel, Abteilungsleiter Fußball beim VfL Gehrden. „Natürlich gilt es weiterhin, die Hygienekonzepte zu beachten und in kleinen Gruppen zu trainieren. Allerdings würde ich den Lockdown abwarten und eventuell im Januar damit beginnen. Denn wenn man Ausnahmeregeln schafft, die durchaus sinnvoll wären, müssten sie auch kontrolliert werden. Und das ist nicht möglich. Aber das Training komplett auf Eis zu legen, dafür sehe ich keine Erfordernis. Wir hatten ja bis zum erneuten Lockdown auch alles sehr gut organisiert.“

„Bewegung richtig und wichtig“

„Ich würde es richtig finden, wenn die Kinder trainieren dürfen. Gerade in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sind die Zahlen nicht so hoch. Dass sich Kinder bewegen, ist richtig und wichtig“, meinte Eric Metzker, Abteilungsleiter Fußball vom SV Fortschritt Garitz.

Für die Fortsetzung des Trainings sprach sich auch Dennis Böttge, Trainer der D-Junioren beim VfL Gehrden aus: „Ich würde zustimmen, dass das Training wieder stattfindet, gerne auch wieder in Gruppen mit dem richtigen Hygiene-Konzept.“

Er begründete seine Aussage damit, dass „die Kinder ihren Fußball brauchen“. „Viele Kinder fragen schon, wann es wieder losgeht und sie immer zu enttäuschen, dass es noch dauert, ist sehr schade. Vielleicht verlieren viele durch die vielen Unterbrechungen auch den Spaß am Fußball. Eins ist jedoch klar, die Gesundheit geht vor!“

„Die Gesundheit geht vor“

Auch Jonas Gotzmann, Nachwuchstrainer der Zerbster Basketball-Kids vom TV „Gut Heil“ würde sich „natürlich freuen, so schnell wie möglich wieder mit den Kids in der Halle stehen zu können“, hat aber Bedenken, denn Basketball würde ja in der Sporthalle trainiert werden. „Ich denke, im Moment ist es einfach wichtiger, eine Ausbreitung so gut wie möglich zu minimieren, um dann wiederum früher wieder voll in den Spiel- und Trainingsbetrieb einsteigen zu können. Ein partieller Wiedereinstieg wäre da meiner Meinung nicht zielführend.“