Zerbst l Die Männer des HSV 2000 Zerbst gingen recht optimistisch in das Punktspiel gegen den Tabellenzweiten aus Glinde. Immerhin hatten sie die letzten sechs Heimspiele in Folge gewonnen und auch das Hinspiel nur mit drei Toren verloren. Allerdings musste der HSV auf einige Spieler verzichten, darunter beide Linksaußen. Hier musste improvisiert werden und auch im Rückraum fehlten die Alternativen.

Dennoch gelang Sebastian Daudert der erste Treffer per Konter zur Führung (1:0, 2.) und zumindest in der ersten Viertelstunde konnten die Zerbster das Spiel ausgeglichen gestalten (6:6, 15.). Aber schon jetzt war zu sehen, dass der HSV im Aufbauspiel große Probleme hatte und bei einigen Treffern auch ein wenig Glück im Spiel war.

Wenigstens die Defensive funktionierte und Christian Geilich im HSV-Tor hielt mit einigen Paraden die Zerbster im Spiel. Aber dann verließ den HSV auch das Glück im Angriff und die Gäste nutzten jetzt jeden Fehlpass oder zu schwachen Abschluss und zogen bis zur 24. Minute auf 11:6 davon.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich zur Überraschung der Zuschauer Spielertrainer Daudert schon ausgewechselt und kam bis auf zwei Kurzeinsätze nicht mehr zurück. Dies hinterließ doch Fragezeichen, zumal Daudert selbst an einem nicht so guten Tag doch immer für mehrere Tore gut ist. Der bis dahin auf Linksaußen glücklos agierende Marco Wetteborn wechselte jetzt in den Rückraum und Markus Natho besetzte die Linksaußenposition und war auch gleich mit einem schönen Dreher erfolgreich (7:11, 25.).

Aber das Zerbster Spiel blieb einfach zu fehlerbehaftet und die auch nicht wirklich gut spielenden Gäste gingen mit einer deutlichen 14:9-Führung in die Pause.

Zu Beginn von Halbzeit zwei war beim HSV das Bemühen zu spüren, irgendwie in das Match reinzukommen. Teilweise gab es dann auch schöne Kombinationen mit erfolgreichem Abschluss zu sehen. Tore von Natho, Paul Kretschmer und Wetteborn hielten die Zerbster zunächst in Schlagdistanz (14:17, 42.). Dann kam wieder eine Phase, in der sich der HSV zu viele Fehler leistete und sich zu sehr mit den wenig überzeugenden Schiedsrichtern beschäftigte. Erfahrungsgemäß profitiert davon allerdings meist der Gegner. So auch am Samstag und innerhalb von zehn Minuten zog Glinde auf acht Tore davon (14:22, 52.).

Der Rest des Spiels war dann ein etwas wildes Ausprobieren. Hinten sehr offensive Deckungsvarianten und im Angriff eine Aufbaureihe, die man so noch nicht gesehen hatte. Hier konnte sich zumindest Michael Zimmer mit zwei Toren und einem herausgeholten Siebenmeter positiv in Szene setzen.

All dies änderte nichts an der deutlichen Niederlage, gegen einen Gegner, der spielerisch wenig überzeugte und an einem anderen Tag sicher zu schlagen gewesen wäre. Der HSV bleibt auf Tabellenplatz zwölf und damit aktuell auf einem Nichtabstiegsplatz. Am Samstag geht es zur SG Seehausen. Das Hinspiel entschieden die Zerbster klar für sich (29:24), aber Seehausen ließ zuletzt zu Hause wenig liegen.

HSV: Geilich, Lorenz, Kilz – Rummel, Gerke, Daudert (2), Zimmer (2), Wetterborn (4), Kieler (1), Brodowski (3), Ille (2), Kretschmer (2), Natho (4).