Garitz l  Auch wenn an diesem Tag der gesamte Verein, die umliegenden Ortschaften von Garitz sowie zahlreiche Gäste gemeinsam gefeiert haben, so stand doch eine Person im Mittelpunkt: Helmut Rudolf. Er hat den Verein gegründet und steht seit der Gründung an der Spitze „seines“ Vereins. Die Wertschätzung für die geleistete Arbeit konnte nicht hoch genug sein. Alles wurde perfekt vorbereitet. Das Festzelt und die top gepflegte Sportanlage nebst Vereinsheim glänzten in der Sonne. Zahlreiche Angebote, wie Torwandschießen, Hüpfburg, Schusssensor-Messung u.v.m. standen bereit. Auch für das leibliche Wohl blieben keine Wünsche offen. Es war einfach ein perfekter Tag für ein perfektes Fest. Und wer nicht dabei war, hatte wirklich etwas verpasst.

Schon vor der offiziellen Eröffnung um 10.30 Uhr füllte sich das Festzelt, so dass Ortsbürgermeister Mario Rudolf die Veranstaltung eröffnen konnte. Nach der Begrüßung aller Gäste übergab er das Wort „an den, der sich am besten auskennt, der die Vereinsgeschichte vom Anfang bis heute miterlebt hat“, an seinen Vater Helmut Rudolf. Dieser freute sich besonders, dass „viele ehemalige Spieler, auch aus der ersten Männermannschaft, die 1970 gegründet wurde, gekommen sind“.

„50 Jahre alt ist auch meine Geschichte. Ich konnte den Verein am 1. Mai 1969 mit sechs weiteren Mitstreitern, die leider nicht mehr unter uns weilen können, in der Gaststätte Weidel gründen“, so der Vereinschef, der an die Geschichte mit kurzen lustigen Anekdoten erinnerte und dabei betonte, dass „vor allem die Nachwuchsarbeit immer sehr hoch angebunden wurde“. „Ohne diese Nachwuchsarbeit hätten wir diese 50 Jahre sicher nicht überstanden.“

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Bei der Frage an sich selbst, wie er das alles geschafft hat, wurde es sehr emotional. „Weil ich viele Mitstreiter hatte, die mir immer zur Seite standen.“

Er bedankte sich bei seinem Freund und Stellvertreter Dieter Friedrich. „Er ist der Mann mit wenigen Worten und großen Taten. Er hat, gemeinsam mit Lutz Fricke, die Zeit meiner Krankheit überbrückt.“ Beiden dankte Rudolf mit einem großen Präsentkorb.

Einen ganz großen Dank sprach der Vereinschef seinem Abteilungsleiter Fußball, Eric Metzker und seinem Team, aus. „Sie haben den heutigen Tag vorbereitet und alles organisiert. Es ist eine sehr gute Truppe, die mich buchstäblich am Leben erhält.“

Dank gab es natürlich für Brigitte Rudolf. „Sie stand und steht stets an meiner Seite. 50 Jahre Ehe – bei uns sind es schon 53 Jahre – haben wir gemeinsam durchgestanden.“

Aber Helmut Rudolf fand auch kritische Worte, wobei er manche Entwicklungen in der heutigen Zeit nicht verstehen kann: „Für mich war Ehrenamt immer Ehrenamt, so wie das Ehrenamt sein soll. Dass heißt, von früh bis abends ohne jegliche Entschädigung. Zu DDR-Zeiten waren wir 200 Mitglieder, heute sind wir 68. Wenn es so weitergeht, fahren wir auf Null, weil wir uns die finanziellen Belastungen nicht mehr leisten können.“

Im Anschluss kamen dann die zahlreichen Gratulanten zu Wort. Der Bundestagsabgeordnete Kees de Vries (CDU) fand klare Worte: „50 Jahre Fortschritt Garitz sind 50 Jahre Helmut Rudolf.“ Er sprach seinen „unglaublichen Respekt für diese Leistung“ aus und übergab einen Fernseher und entsprach somit dem Wunsch der Mannschaft.

Zu den weiteren Gratulanten gehörten der Landtagsabgeordnete Dietmar Krause (CDU), Volker Krüger als Vertreter des Landrates Uwe Schulze, Markus Pfeifer als Vertreter der Stadt Zerbst, der Geschäftsführer des Kreissportbundes ABI (KSB), Uwe Tonat, der Präsident des Kreisfachverbandes Anhalt Fußball, Mario Pinkert sowie viele Vertreter befreundeter Vereine aus der Region. Des Weiteren die treuen Sponsoren, Freunde und Unterstützer sowie viele Wegbegleiter.

So übergab Tischler Frank Göricke einen Scheck über 150 Euro. Krause hatte einen Spielball dabei. Tonat überreichte mit den Worten: „Hut ab, Chapeau und weiter so!“ eine Ehrenurkunde des KSB sowie einen Scheck über 200 Euro. Krüger übergab Helmut Rudolf für seine 50-jährige Präsidentschaft eine Urkunde und die Glückwünsche des Landrates. Pinkert hatte fünf neue Spielbälle dabei. Pfeifer übergab eine Ehrenurkunde der Stadt Zerbst und einen Wimpel.

Auch die Vereinsvertreter überbrachten Glückwünsche und Präsente. Mario Buge und Michael Puls vom SC Vorfläming Nedlitz schenkten einen Ball und einen Vereinswimpel. Glückwünsche kamen auch von „der großen Schwester“ des Vereins, der TSG Dobritz von 1922. „Hut ab vor dem, was ihr hier geleistet habt und vor dem, was hier gerade im Übergang ist. Helmut kann stolz darauf sein“, sagte Tobias Lehnert im Namen der Gratulanten.

Das Schlusswort ergriff Eric Metzker, der sich bei allen Unterstützern bedankte und gemeinsam mit der Mannschaft vor allem Helmut Rudolf ein großes Dankeschön aussprach. „Nur wenige können einschätzen, was Helmut über 50 Jahre geleistet hat. Dies verdient den allergrößten Respekt.“ Er machte deutlich, dass sein Team „jede Woche optimale Bedingungen vorfindet, egal ob es um den Sportplatz oder auch viele Sachen neben dem Platz geht. Helmut ist immer für einen da. Ich wüsste nicht, welches Problem wir gemeinsam nicht gelöst haben. Auch dafür danke.“

Die Mannschaft bedankte sich mit einer Fotocollage und einem Kuvert, das einen Gutschein für eine gemeinsame Harzreise mit seiner Frau Brigitte enthielt. „Wir alle hoffen, dass du dem Verein noch ganz ganz lange erhalten bleibst, so dass wir noch lange auf deine Unterstützung zählen können.“

Es wurde ein gelungenes Vereinsfest mit Spiel, Spaß, Sport, Geselligkeit und einigen Überraschungen. Im Mittelpunkt stand am Ende einer, der es verdient hat und für den der Respekt nicht groß genug sein kann: Helmut Rudolf.