Zerbst l In der „5. Verordnung über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt vom 2. Mai 2020“ wurden die Maßnahmen im § 8 Sportstätten und Sportbetrieb, Spielplätze festgehalten. An ein normales Training ist aber noch lange nicht zu denken.

Etliche Voraussetzungen zu erfüllen

Im § 8 der 5. Verordnung heißt es zwar im Punkt 1, dass der „Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie Schwimmbädern“ weiterhin „untersagt“ ist. Doch ein Lichtblick folgt gleich im Anschluss: „Ausgenommen ist der Sportbetrieb im Freien“, wobei etliche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Entscheidend dabei ist auch der letzte Satz im § 8, der beinhaltet, dass „die Nutzung von Sportanlagen im Freien der Zustimmung des Trägers der Anlage bedarf“. Auf Sportstätten, auch solchen im Freien, ist ein Regelbetrieb nach wie vor nicht zulässig.

Auf Nachfrage bei der Stadt Zerbst/Anhalt meinte Markus Pfeifer von der Sozial-, Schul- und Sportverwaltung, dass „die Sportvereine angeschrieben wurden“. „Wir wollen vorerst den konkreten Bedarf abfragen und werden dabei die Vereine auf die rechtliche Situation aufmerksam machen“, so Pfeifer. Dazu müssen unter Beachtung der 5. Verordnung u.a. auch Listen, wer und wann an welchen Trainingseinheiten teilgenommen hat, geführt werden. Markus Pfeifer hatte bereits mit einigen Vereinsvertretern gesprochen, u.a. mit Sven Madrian vom SV Fortschritt Steutz, Eduard Hahn vom SC Vorfläming Nedlitz und Eric Metzker vom SV Fortschritt Garitz. Ihr Bedarf fiel unterschiedlich aus. „Wir werden jeden Einzelfall prüfen, bevor wir unsere Zustimmung erteilen“, sagte der zuständige Sachgebietsleiter. Erst dann wird die Stadt entsprechende Nutzungszeiten vergeben.

TSV Rot-Weiß Zerbst

Beim TSV wurde in Sachen Training noch nichts angeschoben. „Die Sportstätten sind ja noch geschlossen und es gibt trotzdem noch viele Beschränkungen und Auflagen. Wir warten ab, bis eine Entscheidung von der Stadt fällt, wie es mit den Sportstätten weiter geht. Die Sporthallen werden ja, solange der Schulbetrieb nicht richtig läuft, vorerst geschlossen bleiben“, sagte TSV-Präsident Wolfgang König. Er erhielt auch noch keine Anfragen aus seinen Abteilungen und denkt, dass „das langsam anlaufen wird“.

Dass Wolfgang König in Kürze noch einmal zu einem Fußballspiel seiner Zerbster Mannschaften gehen kann, bezweifelt er. „Ich denke, sie werden die Saison abbrechen und den Stand der Tabellen so nehmen, wie sie jetzt sind. Dann sind die Verbände gefordert, wenn es um Auf- oder Abstieg geht, Entscheidungen zu treffen. Das betrifft unsere Mannschaften nicht. Wichtiger wäre es, die neue Saison in Ruhe vorzubereiten, so dass die Vereine auch etwas Luft haben und nicht so unter Zeitdruck stehen.“ Zusammenfassend ist König froh, dass „alle in Zerbst und im Verein gesundheitlich gut über die Runden gekommen sind und sich keiner mit Corona infiziert hat“. „Ich hoffe, dass alle gesund durchkommen und wir im Spätsommer wieder richtig mit unserem Vereinsleben anfangen können.“

SV Fortschritt Garitz

Der Vorsitzende des SVG, Helmut Rudolf, will den Sportplatz in Garitz noch geschlossen lassen. „Wenn wir trainieren, dann vorerst auf dem Lepser Sportplatz“, sagte er. Auch der Garitzer ist „nicht dafür, dass die Fußball-Saison noch fortgesetzt wird“, möchte aber schon, dass seine Jungs, „wenn sie trainieren möchten, dies auch unter den festgelegten Auflagen können“. „Es ist ein Neuaufbau nötig und vor den ersten Punktspielen nach der Krise wäre dafür ein vernünftiges Aufbautraining von mindestens 14 Tagen bis drei Wochen notwendig“, meint der langjährige Fußball-Trainer.

Sein Abteilungsleiter Fußball, Eric Metzker würde gern „wenigstens mit dem Konditionstraining beginnen“. „Es wäre schön, wenn wir uns – wenn auch erst in kleinen Gruppen – treffen könnten. Dieses Gemeinschaftsgefühl fehlt uns allen sehr. Überhaupt würden wir Schritt für Schritt wieder in die Normalität zurück finden.“

SC Vorfläming Nedlitz

Marcel Kilz, Abteilungsleiter Fußball beim SCN, möchte sich morgen mit Trainer Dirk Bizuga zusammen setzen und das weitere Vorgehen besprechen. „Wir müssen abklären, wie wir ein Training unter den gegebenen Umständen organisatorisch hinbekommen und werden dann einen Antrag an die Stadt stellen, so dass wir unseren Sportplatz auch dafür nutzen können“, sagte er. Bereits gestern nahm der Stürmer der Landeskasse-Elf an der Telefonkonferenz des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) teil. „Wir mussten da unsere Meinung zum weiteren Verlauf der Saison darlegen“, sagte der 34-Jährige, der seine ganz persönliche Meinung verriet: „Ich wäre für das Einfrieren der Saison. Diese könnten wir dann fortsetzen, wenn es wieder möglich ist. Dann hätten wir nicht so viele Spiele, nicht so einen Zeitdruck und es müssten keine Auf- oder Absteiger ermittelt werden. Denn ob die neue Serie pünktlich starten kann, bleibt ebenfalls ungewiss“, findet er. Auch Marcel Kilz hofft, wie sicherlich alle anderen Kicker im Land, dass es eine zeitnahe Entscheidung seitens des Verbandes geben wird.

Blau-Weiß Loburg

Die Stadt Möckern als Träger des Sportplatzes in Loburg hat noch keine Entscheidung bezüglich der Sportplatz-Öffnung getroffen, will dies aber zeitnah tun. Der Vereinsvorsitzende der Blau-Weißen, Matthias Werner, „denkt auch noch gar nicht daran, die Sportanlagen zu nutzen“. „Solange es nicht offiziell erlaubt ist, auf dem Sportplatz Sport zu treiben oder die Kegelbahn zu nutzen, werden wir vorerst nichts unternehmen.“

VfL Gehrden

Die Gehrdener bereiten sich darauf vor, dass sie das Training unter den gegebenen Anforderungen der neuen Verordnung bald anschieben können. Auch sie warten noch auf die Zusage der Stadt Gommern, um ihren Sportplatz in Lübs betreten zu können. Vereinschef Horst Rettschlag traf bereits gestern Vorkehrungen, um die Hygiene-Vorschriften einhalten zu können und erhielt dabei Unterstützung seitens des langjährigen Sponsors Glanzexpress Gebäudedienstleistungs GmbH. Geschäftsführerin Ramona Schondorf war extra in Lübs, um benötigte Utensilien wie Desinfektionsmittel, Hygiene-Spender, Papiertücher und Seife vorbei zu bringen und gab ihm Tipps zur Bereitstellung und zum Umgang. „Um den Rahmen aufrecht zu erhalten, wollen wir die hygienischen Bedingungen schaffen, um alle Vorgaben erfüllen zu können“, sagte der Vereinsvorsitzende (ausführlicher Bericht folgt).

Nun hoffen alle Sportlerinnen und Sportler, dass es weitere Lockerungen geben wird. Dazu wird die Bundesregierung heute erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder zusammen treffen. Danach wird die sachsen-anhaltische Landesregierung entsprechende Entscheidungen für unser Bundesland treffen, in der Hoffnung, der Normalität erneut ein Stück näher zu kommen.