Zerbst  lDie Mitteilung, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Sitzung die Förderung von 186 kommunalen Projekten im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ beschlossen hat und dass die Sanierung der Wettkampf- und Nebenanlagen im Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion in Zerbst eines dieser Projekte ist, hat viel Freude ausgelöst. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hatte dazu im vergangenen Jahr einen Förderaufruf gestartet. Städte und Gemeinden haben rund 1 300 Interessenbekundungen eingereicht. Zerbst ist eines der Projekte unter den nur 186 ausgewählten. Neben Irxleben und Blankenburg ist es eines von drei Förderprojekten in ganz Sachsen-Anhalt. Für den Bundeshaushalt 2019 stehen dafür 200 Mio. Euro zur Verfügung. Zerbst kann sich über 990.000 Euro freuen.

Dieser Erfolg hat mehrere Väter. Neben der Stadt Zerbst um ihren Bürgermeister Andreas Dittmann, die mit der Antragstellung das Projekt überhaupt ins Laufen brachte, gehören auch engagierte Politiker dazu, die sich für die Verwirklichung des Projektes unermüdlich eingesetzt haben.

Erfolgreiche Jugendarbeit über Jahre

Neben der Bundestagsabgeordneten Katrin Budde (SPD) gehört vor allem Kees de Vries (CDU), Abgeordneter des Deutschen Bundestages dazu: „Ich freue mich sehr, dass der Bund die Sanierung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions mit fast einer Million Euro fördert. Nach einem Hinweis von Sven Handrich habe ich mich in meiner Funktion als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Anhalt im Deutschen Bundestag für das Projekt in meiner Heimatstadt stark gemacht. Bei unserem Haushaltspolitischen Sprecher, Eckhard Rehberg, habe ich intensiv für das Projekt und seine Sinnhaftigkeit geworben. Erfolg hat schnell viele Väter und Mütter, aber es war ganz sicher nicht von Nachteil, dass meine Partei, die CDU/CSU, im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages anteilig die meisten Abgeordneten stellt.“

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Gerade die engagierten Mitglieder der Abteilung Leichtathletik des TSV um Hans Güth sowie Anne und Sven Handrich erkannten mit ihrer erfolgreichen Jugendarbeit über Jahre die Notwendigkeit einer neuen modernen Sportstätte und sorgten somit dafür, dass die Sanierungsnotwendigkeit überhaupt enger in den Fokus rückte.

„Ich bin sehr dankbar, dass mit der Förderzusage die überaus engagierte und erfolgreiche Jugendarbeit der Abteilung Leichtathletik des TSV Rot-Weiß Zerbst um den unermüdlichen Hans Güth und Familie Handrich gewürdigt und belohnt wird. Es freut mich sehr, dass diese Ehrenamtlichen und ihre Schützlinge hoffentlich bald optimale Trainingsbedingungen vorfinden werden“, freute sich de Vries.

Reanimation zu einer attraktiven Sportstätte

Die Freude bei Familie Handrich über den positiven Förderbescheid war „so, wie wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen“.

„Letzten Endes kann man uns alle für solch ein Ergebnis nur beglückwünschen. Die Information unterlag bei mir der anwaltlichen Schweigepflicht bis zur Veröffentlichung. Von dieser wurde ich am 11. April erlöst. Ich hatte bereits am 22. März einen Anruf aus dem Büro von Kees de Vries, dass wir mit der jetzt verkündeten Entscheidung erfolgreich in die Auswahl gekommen sind. Der Zuwendungsbescheid war auf den Weg gebracht. Die Nachricht wurde mir übermittelt, da war die Tinte unter diesem Bescheid wohl noch nicht richtig trocken“, so Sven Handrich.

Der Zerbster Trainer fügte an, dass der „von der Stadt Zerbst gestellte Zuwendungsantrag eine lange Vorlaufzeit“ hatte. „Seit 2001 bin ich in der Leichtathletik nach mehrjähriger Unterbrechung erneut als Trainer aktiv. Intensiviert ist dies seit 2004 durch die jährliche Maßnahme Sport in Schule und Verein für die Abteilung Leichtathletik gemeinsam mit dem Francisceum Zerbst. Seit Mitte der 2000 Jahre bin ich persönlich im Gespräch mit der Stadtverwaltung, den Verantwortlichen für Kultur und Sport wegen der Tatsache, dass diese Sportanlage sich als Sanierungsfall darstellt. Dann zeigte sich der wahre Finanzbedarf und die Aktion lag auf Eis“, erinnert sich Handrich.

Für den Anwalt stellt sich das so dar, „dass hier im Zuge der notwendigen Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse für unsere Heimatstadt zeitgemäße Bedingungen für den Schul-und Freizeitsport geschaffen werden“.

„Der Investitionsstau im Stadion bestand aus meiner Sicht mindestens seit 1990er, wenn nicht sogar länger. Die Bahn hat eine Nutzungsdauer von mehr als 84 Jahren hinter sich. Es wird Zeit, dass dieser pathologische Zustand durch Reanimation zu einer attraktiven Sportstätte gewandelt wird“, hofft er.

„Ein Kind, das viele Väter und Mütter hat

Handrich weiß, dass „eine solche Maßnahme mit dem vorgesehenen Gesamtbudget, wenn sie durchgeführt wird, ein Kind ist, das viele Väter und Mütter hat“. „Solche Entscheidungen anzuregen, auf den Weg zu bringen und final durchzusetzen ist keine kleine Nummer. Um solche Dinge wird im Vorfeld und während der Diskussion heftig gestritten und gerungen. Ohne eine klare Planung dazu haben Anträge auf Fördermittel und Zuwendungen heute keine Aussicht auf Erfolg.“

Der Zerbster weiß, dass die Schüler, Kinder und Jugendlichen und eine stattliche Anzahl Erwachsener, die sportlich unterwegs sind, sich darauf freuen, „dass es demnächst deutlich bessere Bedingungen für die Leichtathletik in Zerbst geben wird“.

Bis zum Baustart und vor allem bis zur Fertigstellung des Stadions wird noch einige Zeit vergehen. „Ich hoffe und wünsche, dass alle Räder weiter so ineinander greifen, dass es mit der geringstmöglichen Reibung von statten geht. Da liegt noch viel Arbeit vor allen Beteiligten, bevor die erste Hürde zum Laufen steht“, meinte Sven Handrich, der auch weiß, dass „noch einige Hürden, die uns in ihrer Höhe und Breite derzeit sicher noch nicht bekannt sind, kommen werden“.

Nicht nur Familie Handrich, sondern alle Beteiligten sowie die Sportlerinnen und Sportler und Bürger der Stadt Zerbst wünschen sich, das dieses Projekt recht zeitnah in die Realität umgesetzt werden kann.

„Ich wünsche mir, „dass der Tag nicht fern ist, an dem der erste Wettkampf als echte Bahneröffnung mit einer angemessenen Feier stattfindet“. Alle Bürger der Stadt und Sportinteressierte, die eine solche Veranstaltung organisieren und durchführen können und wollen, sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Den Turnvater Jahn würde es freuen.“