Frauenfußball

MFFC-Aufstieg in der Abwägung

Seit sechs Jahren gehören die Damen des Magdeburger FFC der Regionalliga an. Wenn die Möglichkeit besteht, soll sich das im Sommer ändern.

Von Von Kevin Gehring

Magdeburg l Zumindest ein leichtes Lächeln dürfte die jüngste Nachricht aus der 2. Frauen-Bundesliga bei Michael Böhm und Christian Brachvogel vom MFFC auf die Lippen gezaubert haben. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kürzlich mitgeteilt hatte, soll der seit November unterbrochene Spielbetrieb dort am 21. März fortgesetzt und bis zum 6. Juni komplettiert werden. In Magdeburg schürt diese Kunde Hoffnungen.

Und das, obwohl die Regionalliga Nordost, deren Süd-Staffel der MFFC derzeit anführt, nicht unter die Zuständigkeit des DFB fällt. Ganz im Gegenteil: Ob und wann der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) den Betrieb in seiner dritten Liga wieder aufnimmt, ist noch völlig offen. Der Nachricht aus der 2. Bundesliga wird an der Elbe dennoch eine wichtige Botschaft entnommen.

„Wenn sie ihre Saison zu Ende führen, werden sportliche Absteiger ermittelt“, erklärt MFFC-Präsident Christian Brachvogel. „Und das wiederum ist die Grundlage dafür, dass es im Gegenzug auch Aufsteiger geben wird.“ Einen dieser drei begehrten Plätze – aus insgesamt fünf deutschlandweiten Regionalligen ermittelt  – würden die Magdeburgerinnen nur zu gerne einnehmen, um nach sechs Jahren in die Zweitklassigkeit zurückzukehren.

Vereinspräsident Brachvogel investiert dieser Tage viel Zeit, um zumindest die formellen Grundlagen dafür zu arrangieren. Mit Hochdruck arbeitet er am Lizenzierungsantrag des MFFC, der bis zum 15. März beim DFB fristgerecht eingereicht werden muss. „Ich bin guter Dinge, dass wir alle nötigen Unterlagen zeitnah zusammen haben“, zeigt sich Brachvogel optimistisch, macht sich um den Antrag an sich keine Sorgen.

Umso ungewisser ist hingegen, wie die Rückmeldung des DFB ausfallen wird. „Im nächsten Schritt werden den Vereinen die Bedingungen zugesendet, unter denen die Lizenz erteilt werden würde“, erzählt Brachvogel. „Dann kommt es darauf an, Wege zu finden, diese zu erfüllen.“

Dahingehend verspricht der Präsident seiner jungen, ambitionierten Mannschaft und ihrem umtriebigen Trainer Michael Böhm: „Wir im Verein werden alles versuchen, um diesen gemeinsamen Traum zu ermöglichen. Ob der Aufstieg in die 2. Bundesliga tatsächlich möglich ist, sollen die Mädels mit ihrer Leistung auf dem Platz entscheiden können.“

Dafür gilt es vor allem, die finanzielle Grundlage zu schaffen. „Sicherlich wird das eng, aber nicht unmöglich“, so Brachvogel, der zugleich Hauptsponsor des Vereins ist. Der durchschnittliche Etat in der 2. Bundesliga ist mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle des MFFC. „Da geht die Schere weit auseinander. Insbesondere die zweiten Mannschaften verfügen über andere Mittel“, weiß Brachvogel.

Zumal etwaige Neuzugänge, die Erfahrung in die junge Mannschaft mitbringen könnten, in diesen Mehrkosten noch gar nicht einbezogen sind. „Allein schon die Schiedsrichter- und Reisekosten würden sich erheblich erhöhen“, erklärt der Präsident, der für diesen „finanziellen Kraftakt“ derzeit auf der Suche nach weiteren Unterstützern ist.

„Wir versuchen“, so Brachvogel, „die Menschen in der Stadt für den Frauenfußball zu begeistern und freuen uns über jede Hilfe“. Denn sicher ist für den Gesamtverein: „Wir würden die Chance zum Aufstieg nur wahrnehmen, wenn wir finanziell entsprechend abgesichert sind und kein wirtschaftliches Risiko eingehen müssen.“

Wenn die formellen Aspekte geklärt sind, liegt es dann am Team. „Die Mädels wollen auf jeden Fall aufsteigen“, erzählt Trainer Böhm. „Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir sportlich sehr aktiv, obwohl wir noch gar nicht wissen, wie und wann es bei uns überhaupt weitergeht.“