Cas-Entscheidung

Prothesen-Weitspringer Rehm darf nicht bei Olympia starten

Prothesen-Weitspringer Markus Rehm wollte an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen und klagte deshalb vor dem Cas. Doch der Internationale Sportgerichtshof erteilt ihm die Absage.

Von dpa
Darf nicht an Olympia für Nichtbehinderte teilnehmen: Markus Rehm.
Darf nicht an Olympia für Nichtbehinderte teilnehmen: Markus Rehm. Michael Kappeler/dpa

Tokio/Lausanne - Der Internationale Sportgerichtshof hat Prothesen-Weitspringer Markus Rehm am Tag der Eröffnungsfeier eine Teilnahme an den Olympischen Spiele in Tokio verwehrt.

Damit scheiterte der 32 Jahre alte dreifache Paralympics-Gewinner mit seinem Versuch, bei den Sommerspielen der Nichtbehinderten zu starten. Das teilte Rehms Berateragentur mit.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte den Leverkusener dem Deutschen Olympischen Sportbund zur Nominierung für die Teilnahme an den Spielen in gesonderter Wertung vorgeschlagen. Der DOSB meldete Rehm dem Internationalen Olympischen Komitee als Mitglied der deutschen Olympia­Mannschaft. Das IOC reichte den Fall dann weiter an den Leichtathletik-Weltverband, doch World Athletics erklärte Rehm für nicht startberechtigt und berief sich dabei auf Regel 6.3.4, laut der die Prothese ein mechanisches Hilfsmittel ist. Der Athlet müsse demnach beweisen, dass er dadurch keinen Vorteil hat.

Der Cas hatte diese Regel aber im vergangenen Herbst im Fall des amerikanischen Sprinters Blake Leeper, der zwei Prothesen hat, als rechtswidrig und ungültig bezeichnet. Der Verband müsse die Beweisführung erbringen und nicht der Athlet.

Laut Klageschrift forderte Rehm, uneingeschränkt zum Weitsprung-Wettbewerb zugelassen zu werden, nur ersatzweise wird die Zulassung außer Konkurrenz oder in gesonderter Wertung verlangt. „Irgendwann muss man einfach den nächsten Schritt gehen, und das mache ich jetzt. Leider wird einem sonst nicht zugehört, und es verändert sich nichts“, hatte Rehm, dem der rechte Unterschenkel fehlt, „Sport1.de“ gesagt.

Qualifikationsnorm erfüllt

Unterstützung hatte Rehm auch vom Deutschen Behindertensportverband erhalten. „Markus Rehm hat keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich als paralympischer Athlet fühlt, der aus einem inklusiven Ansatz heraus als paralympischer Athlet bei einem olympischen Event starten möchte“, sagte Präsident Friedhelm Julius Beucher bei der Vorstellung des deutschen Kaders für die Paralympcis vom 24. August bis 5. September in Tokio.

Rehm hat in diesem Jahr mit 8,62 Metern die Qualifikationsnorm für die Sommerspiele deutlich erfüllt. Umstritten ist jedoch, ob er durch seine Prothese einen Vorteil besitzt.

Formal ging es Rehm darum, dass die Umsetzung des Beschlusses, ihn von den Olympischen Spielen auszuschließen, erst einmal ausgesetzt wird. Ein Athlet, der trotz seiner „Behinderung“ die für alle geltende Qualifikationsnorm erreiche, könne nicht einfach als behinderter Athlet bezeichnet und den Paralympischen Spielen allein zugeordnet werden, heißt es laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in der Klageschrift.