Der Auftakt zum Superfinale der Formel 1 lief für Sebastian Vettel nicht ganz nach Plan. Einer seiner Titelrivalen war schneller im Freitags-Training von Abu Dhabi.

Abu Dhabi (dpa). Dämpfer in der Dämmerung: Die deutsche Titelhoffnung Sebastian Vettel hat beim Training zum Formel-1-Finale in Abu Dhabi gestern die Jagd nach der Tagesbestzeit knapp verloren. WM-Rivale Lewis Hamilton fuhr auf dem Yas Marina Circuit in 1:40,888 Minuten die schnellste Runde und ließ den Red-Bull-Star damit um 0,257 Sekunden hinter sich.

Immerhin war Vettel schneller als WM-Spitzenreiter Fer-nando Alonso (+0,426), der Dritter wurde, und sein viertplatzierter Teamkollege Mark Webber (+0,427). Das Quartett kämpft morgen im Wüsten-Emirat beim spannenden Schlussakt um den Triumph in der Weltmeisterschaft.

Noch am Vormittag, als ein unerwarteter Regenguss die Strecke kurz unter Wasser gesetzt hatte, war Vettel klar der Schnellste der vier Titeljäger. Doch ein paar Stunden später konterte Hamilton, und auch Alonso machte den favorisierten Red-Bull-Piloten mehr Druck als ihnen lieb sein konnte.

Dem spanischen Ferrari-Fahrer (246 Punkte) genügt ein zweiter Platz im Rennen, um zum dritten Mal Champion zu werden. Webber muss acht Zähler Rückstand aufholen, Vettel sogar 15. Hamilton hat mit 24 Punkten Rückstand nur Außenseiter-Chancen.

"Wir sind voller Selbstvertrauen in uns, ins Team, in mich und ins Auto", versicherte Vettel vor dem Training. "Der Glaube ist da", beteuerte der 23-Jährige aus Heppenheim, der am Sonntag (14.00 Uhr MEZ/RTL) jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte werden könnte.

Doch gestern war Hamilton erst mal der Spielverderber. Schon im Vorjahr hatte sich der 25-Jährige im McLaren die Pole Position geholt, war dann aber im Rennen ausgeschieden und hatte so Vettel den Sieg überlassen müssen.

Auch diesmal wirkt der McLaren auf dem 5,554 Kilometer langen Kurs bärenstark. "Lewis ist total relaxt", verriet McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

"Ich bin sicher, das wird eine sehr interessante Qualifikation", befand Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mit Blick auf den heutigen Kampf um die besten Startplätze. Sollte Hamilton dann erneut allen ein Schnippchen schlagen, wäre dies vor allem ein Problem für das Red-Bull-Duo, das fest mit einem Doppelerfolg im Rennen kalkuliert.

Den Konstrukteurstitel haben die "Bullen" schon sicher, nun soll auch die zweite Trophäe her. "Für uns spielt keine Rolle, welchem unserer Fahrer es gelingt. Wir werden beide bestmöglich unterstützen", sagte Teamchef Christian Horner.

Eine Stallorder zugunsten eines Piloten will Horner nicht aussprechen, die Entscheidung liegt bei den Fahrern.

So könnte Vettel als Edelhelfer mit einem Platztausch Webber den Titel bescheren, wenn er selbst kurz vor Rennschluss keine Chance mehr hat.

Nur Statisten im Showdown sind die anderen deutschen Fahrer, die schon gestern im Training weit abgeschlagen waren.

Nico Rosberg wurde vor seinem Mercedes-Kollegen Michael Schumacher Zehnter. Auf Rang zwölf fuhr Nico Hülkenberg im Williams, 13. wurde Force-India-Pilot Adrian Sutil. Nick Heidfeld steuerte seinen Sauber auf den 16. Rang. Timo Glock musste sich im unterlegenen Virgin mit Platz 20 begnügen.