Miriam Gössner hat den deutschen Biathletinnen einen starken Saisonauftakt beschert. Die 20-Jährige kam in Östersund zweimal auf Platz zwei, da fiel das Fehlen von Magdalena Neuner nicht mehr so stark ins Gewicht. Die Männer enttäuschten dagegen.

Östersund (dpa). Die neue Hoffnungsträgerin im deutschen Biathlon heißt Miriam Gössner. Beim ersten Weltcup des WM-Winters stürmte die 20-Jährige im schwedischen Östersund gleich zweimal auf den zweiten Platz und ließ damit das krankheitsbedingte Fehlen von Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner vergessen. "Es ist heute wieder sehr gut gelaufen", sagte Gössner nach ihrem zweiten Husarenstreich in der Verfolgung gestern. Nur die Finnin Kaisa Mäkäräinen war wie schon im Sprint am Freitag zu schnell für die Langlaufspezialistin aus Garmisch-Partenkirchen.

"Das war wirklich stark von ihr", sagte Neuner, die die ersten Rennen wegen eines Infektes hatte absagen müssen, in dieser Woche in Hochfilzen aber wieder zum Team stoßen soll. "Für mich kam das aber auch nicht sonderlich überraschend. Ich sehe ja, wie Miri im Training schießt. Sie kann es", lobte die Wallgauerin.

Noch nicht richtig rund lief es für die deutschen Männer, die sich in dieser Saison für das Olympia-Debakel von Vancouver rehabilitieren wollen. Lediglich Andreas Birnbacher mit Platz sieben im Sprint und Rang acht in der Verfolgung erfüllte die Erwartungen. "Ich denke, mit dem Auftakt kann ich zufrieden sein", meinte Birnbacher. Eine Klasse für sich waren die Norweger. Im Sprint feierte Emil Hegle Svendsen seinen zweiten Saisonsieg, in der Verfolgung gestern gelang dem sechsmaligen Olympiasieger Ole Einar Björndalen die Revanche.

Nach ihrem fehlerfreien Schießen im Sprint leistete sich Gössner im Jagdrennen über zehn Kilometer zwar insgesamt drei Fahrkarten. Mit ihrer großen Laufstärke hielt sie die Konkurrentinnen auf der Schlussrunde aber auf Distanz. "Ich habe bis zum letzten Berg versucht, nicht zu überdrehen, um am Ende noch Reserven zu haben. Als aber niemand kam, habe ich einfach volle Pulle gegeben", sagte Gössner.

Vor dem Rennen war die Frohnatur noch nervös durch das Biathlon-Stadion von Östersund getigert, auf der Strecke blieb sie dann aber erstaunlich cool. "Wie souverän die Miri das heute gemacht hat, war schon sehr beeindruckend", sagte Disziplin-Trainer Gerald Hönig. "Ich denke, sie hat heute eindrucksvoll bewiesen, wohin ihre Entwicklung geht", sagte Hönig mit Blick auf die Diskussionen, ob Gössner im Langlauf oder Biathlon Karriere machen wird.

Verrücktmachen will sich die Freundin von Biathlon-Kollege Simon Schempp nach ihrem fulminanten Saisonauftakt aber nicht. "Ich mache mir jetzt keinen Druck. Biathlon ist Biathlon, da kann es auch ganz schnell wieder schlechter laufen", sagte Gössner.