Düsseldorf (dpa). In der Bundesliga top, im DFB-Pokal droht ein Flop: Die Zweit- und Drittligisten Alemannia Aachen und Kickers Offenbach wollen alles daransetzen, dem FSV Mainz und Borussia Dortmund heute ein Bein zu stellen. "Die Fans kommen, weil sie auf ein Wunder hoffen", sagte Kickers-Sportmanager Andreas Möller vor dem Zweit-runden-Duell mit seinem ehemaligen Club aus Dortmund, der vier Tage später zum Liga-Knüller in Mainz antreten muss.

40 Jahre nach dem Pokal-Triumph schätzt man die Ausgangslage vor dem Duell mit dem wiedererstarkten BVB aber auch realistisch ein. "Wir treffen auf einen übermächtigen Gegner. Da kann man nicht von einem Kräftemessen sprechen", meinte Möller, der mit Borussia die Champions League gewann. BVB-Chefcoach Jürgen Klopp nimmt die Partie nicht auf die leichte Schulter, zumal sein Team 2009 beim Drittligisten VfL Osnabrück (2:3) ausschied: "Wir müssen uns auf ein sehr intensives Spiel einstellen."

Auch sein Mainzer Kollege Thomas Tuchel reist mit Respekt zum Tivoli. "Der größte Fehler wäre, jetzt auf die Tabelle zu schauen und zu denken, dass dieses Spiel schon vorentschieden ist", warnte der Coach des Bundesliga-Primus und forderte "größte Verbissenheit und den Willen, die Partie mit aller Macht entscheiden zu wollen". Ob Jung-Star Lewis Holtby von Anfang an auflaufen wird, ließ Tuchel offen.

Bayer Leverkusen hat bei Borussia Mönchengladbach nach der 3:6-Heimpleite in der Liga etwas gutzumachen, aber mit Personalnot zu kämpfen. "Ich denke, dass wir uns auch weiterhin behaupten werden. Das Weiterkommen ins Achtelfinale ist unser Ziel", sagte Trainer Jupp Heynckes vor der Rückkehr in seine Fußball-Heimat, in der es nicht zum Besten steht.

Nach sieben Spielen ohne Sieg und Tabellenplatz 17 wird Christofer Heimeroth für den zuletzt von den Fans verhöhnten Logan Bailly im Tor der Mönchengladbacher stehen. Coach Michael Frontzeck hofft auf einen Erfolg, denkt aber mehr an die Liga: "Selbst, wenn wir in dem schwierigen Spiel gegen Bayer weiterkommen, muss am Wochenende in der Liga ein Sieg her."

Beim Hamburger SV steht im der Begegnung bei Eintracht Frankfurt erstmals Ersatztorwart Jaroslav Drobny in der Startelf, da sich Stammkeeper Frank Rost einen Bänderriss im Knie zugezogen hat. Rost erhielt aber von HSV-Trainer Armin Veh eine Rückkehr-Garantie: "Frank Rost ist unsere Nummer eins." Fragezeichen stehen hinter Ruud van Nistelrooy (Prellung) und Zé Roberto (Grippe).

Eine existenzielle Bedeutung kann das Gastspiel des kriselnden Zweitligisten FC Ingolstadt bei 1899 Hoffenheim für Trainer Michael Wiesinger sein. Bei einem Überraschungscoup dürfte seine Schonfrist verlängert werden. FC-Vereinschef Peter Jackwerth machte jedoch klar: "Wir werden uns nach jedem Spiel zusammensetzen und beraten."

Kein böses Erwachen will der 1. FC Nürnberg beim SV Elversberg erleben. Deshalb ließ Trainer Dieter Hecking den Regionalligisten mehrmals beobachten: "Hannover ist da in der ersten Runde ausgeschieden. Das ist eine Warnung."

Vorsicht ist auch für den VfB Stuttgart beim Chemnitzer FC angesagt. Der Regionalligist schaltete den FC St. Pauli aus. "Wir müssen an unserer oberen Leistungsgrenze spielen und beim Gegner müssen ein paar Prozente fehlen", meinte Chemnitz-Trainer Gerd Schädlich. "Das Spiel in Chemnitz wird kein Spaziergang, weil die heiß sind und ihr Spiel des Jahres haben", meinte VfB-Coach Jens Keller.