Pruszkow/Cottbus (dpa).Schneller Sprinter, lahme Verfolger: Wie bei den Weltmeisterschaften im März in Kopenhagen sorgten die deutschen Team-Sprinter bei der erstmals ausgetragenen Europameisterschaft im polnischen Pruszkow für ein goldenes Glanzlicht. Zudem holte der Cottbuser Roger Kluge zum Abschluss der Bahnradsport-EM am Sonntag den Titel im Omnium, das 2012 in London seine Olympia-Premiere feiern wird. Nach sechs Disziplinen setzte sich Kluge mit 22 Punkten in dem Mehrkampf gegen den Niederländer Tim Veldt (29) und den Polen Ratajczyk Rafal (31) durch.

Der Bahnvierer tritt dagegen auf der Stelle. Mit Platz neun blieb das Quartett weit hinter den Erwartungen und muss nach der verpassten Peking-Teilnahme nach dem ersten von zwölf Qualifikationswettbewerben für London schon um den Start bei den Spielen bangen.

Im Teamsprint-Finale siegten Robert Förstemann (Gera), Maximilian Levy (Cottbus) und Stefan Nimke (Schwerin) gegen Frankreich und bestätigten eindrucksvoll ihren WM-Sieg vom März. "Das gibt Selbstvertrauen", sagte Levy, der am Sonntagabend im Keirin unglücklich stürzte und sich das Schlüsselbein brach. Wahrscheinlich muss sich Levy einer Operation unterziehen.

Kristina Vogel aus Erfurt überzeugte im Sprint der Frauen als Zweite. Vogel, die im Mai 2009 nach einem schweren Verkehrsunfall mehrere Tage im Koma lag, meldete sich damit auch auf internationaler Bühne zurück. "Sie hat ihre Chancen konsequent gesucht. Das war taktisch und kämpferisch sehr stark", lobte Bundestrainer Detlef Uibel die 20-Jährige.

Der nach Peking von Bundestrainer Andreas Petermann eingeleitete Umbruch in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung zeigt weiterhin keine Fortschritte. Die Uhren blieben für Henning Bommel, Marcel Kalz, Robert Bengsch (alle Berlin) und Stefan Schäfer (Cottbus) erst nach 4:11,374 Minuten stehen. "Wir hatten diesmal kein homogenes Leistungsvermögen", sagte Petermann, der sicher geglaubte Qualifikations-Punkte für Olympia abschreiben musste.