Oberhof (dpa). Ronny Ackermann ist bei der WM in Oslo dabei. Der seit rund einem Jahr pausierende nordische Kombinierer wird am Holmenkollen starten – als TV-Experte. "Das Angebot des Mitteldeutschen Rundfunks reizt mich. Da kann ich auch einmal die andere Seite der Kamera kennenlernen und die Abläufe beim Fernsehen bis hin zur Technik. Zudem hat die Tätigkeit den angenehmen Nebeneffekt, dass ich die WM am Holmenkollen hautnah miterleben kann", sagte er.

Der 33 Jahre alte viermalige Weltmeister, der seit Januar dieses Jahres wegen körperlicher Erschöpfung eine Pause einlegte, hat seine sportlichen Ambitionen aber noch nicht aufgegeben. Seit Dezember hat er sein Trainingsprogramm wieder hochgefahren. Ab Januar wird er mit vollen Umfängen einsteigen.

"Entweder – oder"

Nach drei Monaten will er Bilanz ziehen, wie sein Körper die Belastung verkraftet. Spätestens im Sommer soll endgültig die Entscheidung fallen, ob Ackermann – wie vor ihm der auch zwischenzeitlich als TV-Experte tätige Österreicher Felix Gottwald, der Finne Hannu Manninen oder Todd Lodwick aus den USA – sein Comeback in Angriff nimmt.

"Dann gibt es nur die Entscheidung entweder – oder. Wenn ich mich gut fühle, hat der Sport die oberste Priorität. Das würde ich am liebsten machen. Ich will mir eine faire Chance geben, will‘s versuchen – kann dann aber auch mit jeder Entscheidung leben und muss mir später nicht vorhalten, nicht alles probiert zu haben", erklärte der Bundeswehr-Hauptfeldwebel Ackermann, der seit einigen Wochen im neu gebauten Haus in Oberhof lebt.

Über Plan B im Falle des Laufbahn-Endes denkt er derzeit noch nicht nach, auch wenn sich ihm einige Perspektiven bieten. Eine davon ist das Trainerstudium in Köln.

"Darüber kann ich dann immer noch mit dem Deutschen Skiverband und den Trainern reden", bemerkt der aus Unteralba stammende Kombinierer vom Rhöner WSV Dermbach. In dem Fall müsste der TV-Auftritt am Holmenkollen keine Eintagesfliege bleiben. Dann stünde "Acker" dem MDR für mindestens zwei Winter als Experte zur Verfügung.