Magdeburg l Blau-Weiß Pretzien schien seit Mitte Mai nicht mehr von der Spitze der Top-Ten-Liste zu verdrängen. Germania Kroppenstedt war zu jener Zeit lediglich Vierter. Doch förmlich auf der "Ziellinie" fingen die Bördekicker das Team aus dem Salzlandkreis noch ab.

Was war geschehen? Heute vor einer Woche, am Sonnabend, dem 13. Juni, kam es zu einem ungewöhnlich torreichen Kreisligaduell der Blau-Weißen bei Rot-Weiß Groß Rosenburg. Es endete 7:7! Das schien für den Gesamtsieg zu reichen, denn Pretzien hatte damit in 24 Punktspielen 135 Treffer erzielt (Durchschnitt 5,62)

Erst 7:7, dann 10:10

Doch hatten die Salzländer die Rechnung ohne die Kroppenstedter gemacht. Dass diese erst am Sonntag ran mussten, brachte ihnen den unschätzbaren Vorteil, genau zu wissen, wie viele Tore zum Gewinn der Torjäger-Kanone, des Trikotsatzes und der 100 Liter Hasse-röder Bieres nötig waren. Neun Tore hätten gereicht - am Ende trennten sich Kroppenstedt und Eintracht Gröningen II mit einem ebenfalls nicht alltäglichen 10:10! In 28 Punktspielen hatte die Germania 159-mal ins Schwarze getroffen - ein Durchschnitt von 5,67.

Jörg Bergling, Kroppenstedts Fußball-Abteilungsleiter, berichtete, die als Aufsteiger in die Kreisliga Börde feststehende Germania sei mit "einem geschmückten Traktor und mit ganz vielen Fans" ins benachbarte Gröningen gereist: "Klar, haben wir seit Monaten die Top Ten der Torjäger-Kanone im Blick gehabt und immer gewusst, dass wir am Ende ganz vorn dabei sein würden."

Kroppenstedts Spielertrainer Björn Kaczur, der als Innenverteidiger in 19 Einsätzen immerhin viermal traf, erinnert sich: "Als ich die Mannschaft vor einem Jahr übernahm, stand sie im unteren Mittelfeld. Wir haben dann einiges verändert und auf Vierer-Abwehrkette umgestellt." Es hätte eine Weile gedauert, bis die Mannschaft das "verdaut" habe.

"Jetzt haben wir eine Herrenmannschaft, eine Alte Herren, eine G-und E-Jugend. Wir verfügen über zwei Rasenplätze, der Nebenplatz bekommt jetzt im Sommer Flutlicht, somit ist das Training im Winter gesichert und auch Flutlichtspiele können ausgetragen werden." Kaczur sieht Germania Kroppenstedt als "jungen und dynamischen Verein. Vorstand und sportliche Leitung des Herren- und Nachwuchsbereiches arbeiten Hand in Hand. Dazu gehören auch die anderen Trainer, die natürlich einen sehr großen Anteil am Erfolg haben, sowie die Spieler die mitgezogen haben und auf die wir sehr stolz sind."

Und am morgigen Sonntag könnte zum Staffelsieg und zum Aufstieg in die Kreisliga ein weiterer Meilenstein kommen: Germania Kroppenstedt trifft um 15 Uhr in Erxleben im Pokalfinale des Kreis-Fachverbandes Börde auf die zweite Mannschaft des SV Groß Santersleben.