Magdeburg. Christopher Bott pflegt ja nach wie vor eine besondere Beziehung zur SG Neukölln. Als ehemaligen Junioren-Nationalspieler hatten die Berliner schon vor vielen Jahren den Magdeburger zum Wechsel in die Bundeshauptstadt bewegen wollen, erst als die Wasserball Union 2004 in die 2. Liga abgestiegen war, war Bott dem Ruf gefolgt. Eine Saison lang spielte er in Neukölln, mit dem Wiederaufstieg seines Heimatvereins kehrte Bott zurück. "Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel", sagt der 25-Jährige mit Ausblick auf den heutigen Saisonstart in der 1. Bundesliga, Gruppe B. WUM trifft ab 18 Uhr in der Elbe-Schwimmhalle auf die SG.

Wenn Bott also mal in Berlin feiern will, hat er einen Schlafplatz sicher. Zu den damals gewonnenen Freunden zählen Axel Kirsch oder Sven Fölsch. Aber in jüngster Kommunikation ließen sie das Thema Wasserball lieber außen vor. "Darüber haben wir gar nicht gesprochen", berichtet Bott, allerdings weiß er auch: "Neukölln hatte der Abstieg zuletzt aus der A-Gruppe richtig gewurmt, da gibt es nur ein Ziel" – Wiederaufstieg.

Aber, und das betont auch der Halblinke bei WUM, dafür gibt es mehrere Kandidaten, die sich dieses Ziel selbst auferlegt haben. Die Play-Offs wollen nach eigener Angabe die Magdeburger selbst, der Duisburger SV und eben Neukölln erreichen. Den Aufstieg ganz direkt haben sich der SV Cannstatt, der sich mit vier Spielern aus Esslingen (Gruppe A) verstärkt hat, und der OSC Potsdam auf die Fahnen geschrieben. Die heißen Duelle der Saison sind bereits gepachtet.

Vlad Hagiu, der neue WUM-Trainer, hat unnötigen Emotionen vorgebeugt. "Der Trainer führt viele Einzelgespräche", berichtet der gelernte Automobilkaufmann Bott. Vor allem die vielen Spielsperren im Vorjahr sollen sich in der neuen Saison nicht wiederholen. Auch Bott empfindet die letzten fünf Wochen unter Hagiu als einen psychologischen Reifeprozess. Taktisch wird Hagiu vielleicht ein, zwei Dinge verändern. "Er will vor allem das umsetzen, was in der vergangenen Saison geklappt hat."

Vielleicht wäre der eine oder andere erfahrene Neuzugang im Sommer für die eigenen Ziele förderlich gewesen, zumal mit Patrick Stelzner (Speichenbruch) ein wichtiger Akteur vorläufig ausfällt. "Gut ist, dass wir meinen Bruder Daniel überreden konnten, wieder einzusteigen, seine Center-Klasse reicht in jedem Fall für die 1. Liga", ist sich Christopher Bott sicher. Am Ende der heutigen Partie wird er sich einiges mit seinen WUM-Gefährten, aber auch mit den Berliner Freunden zu erzählen haben. Und am liebsten erzählt man dann über den eigenen Sieg.