Magdeburg l Als Peter Kadiru gestern bei seiner Vorstellung im Büro des SES-Boxstalls gefragt wurde, was ihn denn so speziell macht, reichte sein symphatisches Lächeln. Und wie der 21-Jährige dann in einer kurzen Trainingseinheit neben dem Foto von Muhammad Ali den Sandsack malträtierte, zeigte, dass er im Ring auch richtig böse zuschlagen kann.

„Wir haben einen der heiß umworbendsten deutschen Boxtalente von uns überzeugen können“, freut sich SES-Promoter Ulf Steinforth. Die Goldmedaille bei den Olympischen Jugendspielen 2014 ist der bisher größte Erfolg des gebürtigen Hamburgers. Und das der Sohn ghanaischer Eltern wirklich was können muss, zeigt auch der Name seines Beraters. Das ist mit Bernd Bönte schließlich der ehemalige Manager der Klitschko-Brüder.

Bönte erklärt: „Ich glaube an diesen Jungen, weil er nicht nur ein guter Boxer ist, sondern auch ein toller Mensch. Er hatte auch die Möglichkeit, in die USA oder nach England zu gehen. Doch uns liegt das Boxen in Deutschland am Herzen. Dafür braucht es aber die richtigen Protagonisten. Und Peter hat das Zeug dazu.“

Was er bei der SES-Gala am Sonnabend im Magdeburger Hotel Maritim erstmals als Profi zeigen soll. „Nach einer erfolgreichen Amateurzeit will ich jetzt als Profi durchstarten und der Welt zeigen, was ich kann“, freut sich der 1,94 Meter große Athlet, der vor drei Monaten stolzer Papa einer kleinen Tochter geworden ist.

Trotz seines Beraters orientierte sich das neue SES-Talent nicht an den Klitschkos. Kadiru: „Ich bin eher ein Fan von Muhammad Ali und Mike Tyson.“ So wie Ali 1960 könnte sich übrigens auch Kadiru den Traum von Olympiagold erfüllen. Denn inzwischen sind ja auch Profis bei Olympia erlaubt. Kadiru: „Wenn sich für mich diese Chance bietet, dann ist das auf jeden Fall eine Option.“ Erst einmal stehen aber ein paar Profikämpfe auf dem Plan. Bönte: „Und da weiß ich, dass unser Boxer bei SES in sehr guten Händen ist.“