Magdeburg l So unverhofft wie für Robin Krasniqi die Chance auf das Duell um den WM-Interimsgürtel der WBA und die IBO-Krone im Halbschwergewicht gegen Titelträger Dominic Bösel im Boxen gekommen ist, so unverhofft will er die am Samstagabend (23.15 Uhr, ARD) in der Getec-Arena auch nutzen. „Ich steige mit viel Optimismus in den Ring, weil ich weiß, was ich kann. Und auch wenn ich Respekt vor Dominic habe – aber ich habe schon größere Kämpfe gegen größere Gegner bestritten“, sagt Krasniqi und verweist auf die WM-Duelle gegen Jürgen Brähmer und Nathan Cleverly sowie den Kampf gegen Arthur Abraham.

Dritter Anlauf zum WM-Gürtel

Somit nimmt der gebürtige Kosovare also zum dritten Mal Anlauf für einen WM-Titel. Dem 33-Jährigen ist natürlich völlig klar, dass bei einer deutlichen Niederlage die Chance auf weitere große Kämpfe gering sind. Aber mit einem Wenn beschäftigt sich Krasniqi nicht. „Ich bin ohne einen Amateurkampf als 18-Jähriger erstmals als Profi in den Ring und habe inzwischen 56 Kämpfe gemacht. Ich liebe diesen Sport und bin stolz auf das, was ich schon erreicht habe. Und meine Geschichte ist noch nicht zu Ende“, erzählt Krasniqi.

Obwohl er inzwischen in Bayern lebt und in der Nähe von Augsburg vor knapp einem Jahr ein eigenes Gym eröffnet hat, wird es ihm an Unterstützung nicht mangeln. Krasniqi: „Ich habe sechs Jahre in Magdeburg gelebt und habe hier noch viele Freunde.“

Beck und Gjasula drücken die Daumen

So bekam er gestern auch Besuch von den FCM-Spielern Christian Beck und Jürgen Gjasula. „Ich war bei seinen Kämpfen sogar schon in München und Schwerin dabei und hoffe, dass er sich seinen Weltmeister-Traum erfüllt“, sagt Beck. Und Gjasula verrät: „Wir kennen uns sogar schon aus der Heimat. Völlig klar, dass ich ihm die Daumen drücke.“ Ob das auch vor Ort in der Halle sein wird, hängt natürlich davon ab, wie Beck und Co. zuvor in Dresden spielen.

Im Ring selbst können sie ohnehin nicht helfen. Das muss Krasniqi mit seinem Trainer Magomed Schaburow in der Ecke allein lösen. „Ich habe viel Erfahrung und will unbedingt Weltmeister werden“, geht er mit ordentlich viel Selbstbewusstsein an diese Aufgabe. Die Rückkehr vom Supermittelgewicht ins Halbschwergewicht soll ihm dabei helfen. Krasniqi: „Der Kampf gegen die Kilos war zuletzt nur noch eine Qual. Das hat auch Kraft gekostet. Jetzt fühle ich mich viel besser.“

Der Wille ist noch da

Der letzte Kampf in der alten Gewichtsklasse ging im Mai 2019 im Duell um den EM-Titel gegen Stefan Härtel ja verloren. Eine Niederlage, die Krasniqi heute noch schmerzt, weil er sich als Sieger fühlte. Krasniqi: „Das hat schon weh getan. Aber da sind auch viele Dinge falsch und komisch gelaufen. Auf jeden Fall habe ich aus diesem Kampf gelernt, meine Konsequenzen daraus gezogen und vor allem innerlich gespürt, dass mein Wille noch da ist. Es hat sich gelohnt, weiter fleißig zu trainieren und die Geduld zu bewahren.“