Leichtathletik

David Wrobel vom SCM wirft den Diskus auf Tokio-Kurs

Persönlicher Rekord und Olympia-Norm: Diskuswerfer David Wrobel vom SC Magdeburg hat bei den Werfertagen in Halle die Gunst des letzten Versuches genutzt.

Von Daniel Hübner 16.05.2021, 21:34
David Wrobel bejubelt seinen weiten Wurf.
David Wrobel bejubelt seinen weiten Wurf. Foto: imago images

Halle/Magdeburg. Der Sprint des David Wrobel ist ja schon allein für sich ein Spektakel. Vor drei Jahren hat er die Leichtathletik-Fans in Schönebeck damit verzückt, als der Diskuswerfer vom SCM seine Bestleistung von 65,98 Metern aufstellte. Am Sonnabend war er mit dieser Geste des Jubels allerdings ziemlich allein in Halle, weil zu den Werfertagen keine Fans zugelassen waren. „Über die Hälfte des Platzes habe ich es geschafft“, sagte Wrobel lächelnd. Was in seinem Fall bedeutet, bis zur Hälfte seines neuen Rekordes: Mit 67,30 Meter ist Wrobel seinen ersten Olympischen Spielen einen riesigen Schritt nähergekommen.

Er hat in Halle damit den zweiten Platz hinter dem starken Clemens Prüfer (67,41) belegt. „Über 67 Meter hat schon lange kein Deutscher mehr geworfen“, weiß Wrobel nun um seine formidable Ausgangssituation. „Der Kampf um die drei Tokio-Tickets wird eine echte Hausnummer.“ Für diesen Kampf haben Prüfer und er den Maßstab gesetzt. Ihnen folgt aktuell an Nummer drei Wrobels Teamgefährte Martin Wierig mit 66,04 Metern aus dem Jahr 2019. Wierig selbst konnte sich in Halle nicht mit der Konkurrenz messen und die Olympianorm (66 Meter) bestätigen. „Ich habe mir im Trainingslager einen kleinen Muskelfaserriss im Brustmuskel zugezogen, ich hoffe, dass ich am nächsten Sonnabend wieder starten kann“, sagte der 33-Jährige. Dann in Neubrandenburg. Am 26. Mai geht es weiter in Schönebeck, bevor am 6. Juni in Braunschweig der deutsche Meister ermittelt wird.

Ellenbogen schmerzt nicht mehr

Genau auf diesen Titelkampf bereitet sich Wrobel nun vor. Was ihn besonders freut: „Ich habe in keinem Versuch meinen Ellenbogen gespürt“, berichtete der 30-Jährige vom Wettkampf in Halle. Pünktlich zum Rekord hatte der Schmerz im zuvor dauerhaft lädierten rechten Wurfarm nachgelassen. Wrobel wusste, dass er zu diesem Zeitpunkt der Saison seine besten Würfe abrufen könnte. Außerdem hatte er am Donnerstag zuvor im letzten Techniktraining das Gefühl, dass er auch den Ablauf im Ring stabilisieren konnte. Und nicht zuletzt blies der Wind günstig von halbrechts den Athleten entgegen, was für die Zwei-Kilo-Scheibe einen zusätzlichen Auftrieb bedeutete.

Viel Positives ist zusammengekommen bei seinem Einsatz in Brandberge, wo er mit einem ungültigen Versuch gestartet war. Trainer Jürgen Schult, der für den derzeit krankheitsbedingt fehlenden SCM-Coach Armin Lemme eingesprungen ist, sagte ihm danach: „Bleibe ruhig, mach dein Ding.“ Wrobel machte sein Ding vor allem mit der Bestweite im letzten Versuch. Und sprintete los.