Sommerspiele in Tokio

Florian Wellbrock: Ein Lächeln für Bronze

Florian Wellbrock hat das ersehnte Edelmetall in Tokio gewonnen: Im Finale über 1500 Meter Freistil sicherte sich der 23-Jährige vom SC Magdeburg die Bronzemedaille.

Von Daniel Hübner
Florian Wellbrock freut sich über Bronze.
Florian Wellbrock freut sich über Bronze. Foto: dpa

Tokio/Magdeburg - Sie sind am Morgen durch das Olympische Dorf geschlendert. Haben den Blick auf ihre kleine Welt beim größten Ereignis im Sport genossen. Sind vielleicht noch ein paar taktische Details durchgegangen - und haben später gemeinsam im Toyko Aquatics Centre Platz genommen. Coach Bernd Berkhahn auf der Trainertribüne, Schwimmer Florian Wellbrock auf dem Startblock.

Knapp 15 Minuten und 1500 Meter später haben sie zufrieden ihre Plätze verlassen, Berkhahn die Trainertribüne, Wellbrock das Becken. Der 23-Jährige vom SC Magdeburg ist am Sonntagmorgen mitteleuropäischer Zeit zu Bronze bei den Sommerspielen gekrault auf seiner Paradestrecke. Hinter Olympiasieger Robert Finke (USA). Hinter Michailo Romantschuk (Ukraine). Es hat ein bisschen gedauert nach dem Anschlag, ehe dieser Erfolg ein Lächeln in sein Gesicht zauberte. Am ZDF-Mikrofon sagte Wellbrock später: „Mit Bronze bei Olympia darf man nicht unzufrieden sein. Wir können uns im Team über zwei Medaillen freuen.“ Zuvor hatte über die gleiche Distanz Sarah Köhler aus der SCM-Trainingsgruppe ebenfalls Bronze gewonnen.

Es war genau jenes Rennen, wie es Wellbrock im Vorfeld der Spiele erwartet hatte. Keiner hat alles auf eine Karte gesetzt, keiner hatte es auf einen Weltrekord abgesehen, alle blieben bis zu den finalen Metern im Gleichschritt. Wellbrock hatte früh die Führungsarbeit übernommen. Zwischenzeitlich auch das Tempo angezogen. Auf den letzten 150 Metern steigerten die Protagonisten die Frequenz, der Showdown von Tokio ging in seine entscheidende Phase. Und wie über die 800 Meter hatte der 21-jährige Finke und Romantschuk den schnelleren Zug. Finke - dieser berühmte Mister X, der bei Olympischen Spielen immer auftaucht und für Sensationen sorgt - siegte in 14:39,65 Minuten. Romantschuk folgte mit 1,01, Wellbrock mit 1,26 Sekunden Rückstand.

Zum Feiern bleibt dem Magdeburger nun keine Zeit. Schon am kommenden Mittwoch, 23.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit, startet sein nächster Angriff auf Gold. Im Freiwasser über zehn Kilometer. Einer seiner Gegner heißt dann Gregorio Paltrinieri (Italien), der im letzten Einzelfinale der Beckenwettbewerbe mit 14:45,01 Minuten ohne Chance auf sein zweites Edelmetall in Tokio geblieben ist. „Jetzt muss ich mich regenerieren, das wird anstrengend genug“, blickte Wellbrock auf das Rennen voraus.