Magdeburg/Halberstadt l Erwin Bugar, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), macht hinsichtlich der Manipulationsvorwürfe in der Regionalliga Nordost Druck. „Es muss jetzt zügig vorangehen“, sagte er.

Das NOFV-Sportgericht ermittelt weiterhin gegen den Sportlichen Leiter von Germania Halberstadt, Andreas Petersen. Vorwurf: Er soll versucht haben, am 30. November 2018 beim SV Babelsberg 03 zwei ehemalige Germania-Akteure im Trikot der Gastgeber zu bestechen. Der 58-Jährige bestreitet den Vorwurf. Babelsberg hatte die Partie mit 3:1 für sich entschieden.

Kein Unbekannter vor dem Sportgericht

Beim NOFV-Verfahren geht es ums Sportrecht. Das bedeutet: Wenn sich der Verdacht gegen Petersen erhärten sollte, würde ihm eine Geldstrafe, schlimmstenfalls sogar eine lebenslange Sperre drohen. „Das wäre der Fall, wenn es stark belastende Beweise gibt“, klärte Bugar auf.

Erschwerend könnte hinzukommen, dass Petersen vorm Sportgericht kein Unbekannter ist. Besonders schwer wiegt ein Vorfall im Oktober 2013, als er als FCM-Coach Nordhausens Trainerkollegen Jörg Goslar beim Gang in die Kabine attackiert und dafür vier Spiele Sperre sowie 5000 Euro Geldstrafe erhalten hatte.

In der Anhörung am 1. Februar wurde Petersens Verein Germania Halberstadt zunächst entlastet. „Wir haben das Verfahren gegen Germania eingestellt. Dabei geht es um den möglichen Einfluss auf die Partie in Babelsberg“, erklärte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs.

Ermittlungen gegen "Star Movement"

Die Einstellung ist aber keinesfalls mit einem Freispruch gleichzusetzen. „Es ging in erster Linie darum, dass Andreas Petersen nicht bei Germania Halberstadt angestellt ist. Er arbeitet ehrenamtlich für den Verein“, sagte Bugar. Eine weitere Verhandlung wird vom NOFV zeitnah angestrebt, soll spätestens im März stattfinden.

Weitere Ermittlungen gegen Halberstadt könnten jederzeit wieder aufgenommen werden. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Das betrifft natürlich auch Germania Halberstadt“, stellte Bugar klar.

Neben den sportrechtlichen gibt es auch die strafrechtlichen Ermittlungen in diesem Fall. Diesbezüglich beschäftigten sich zuletzt Staatsanwaltschaften aus vier Bundesländern mit der möglichen Spielmanipulation durch den deutsch-chinesischen Sportvermarkter „Star Movement“. Dieser soll unter anderem den Chemnitzer FC angesprochen haben. Der Verein meldete dies umgehend.

VfB-Präsident nimmt Investor in Schutz

In diesem Zusammenhang wird auch gegen Petersen ermittelt und das Spiel Halberstadts in Babelsberg unter die Lupe genommen.

Derweil zeigt sich Germanias Präsident Hartmann verwundert darüber, dass Kooperationspartner „Star Movement“ unter Korruptionsverdacht steht: „Ich kann nichts Schlechtes sagen. Sie haben bislang alle Zusagen eingehalten. Zum einen geht es um ein Jugendturnier im Sommer, zum anderen um einen Sponsorenvertrag fürs Regionalligateam, wobei gut die Hälfte der Summe bereits gezahlt wurde.“ Nach Volksstimme-Informationen handelt es sich um einen fünfstelligen Betrag im mittleren Bereich.

„Und wir waren es, die seinerzeit an sie herangetreten sind, nicht umgekehrt“, betonte Hartmann, der nach eigenen Angaben aber schon länger keinen Kontakt mehr zum Sportvermarkter hatte. Dafür traf sich Hartmann am Dienstag mit Petersen: „Wir haben uns in freundschaftlicher Atmosphäre eine Stunde lang unterhalten. Herr Petersen hat erneut alle Vorwürfe zurückgewiesen. Und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln.“