Magdeburg l Die Rivalität zwischen Magdeburg und Halle ist hinreichend bekannt und auf vielen Ebenen spürbar. Im Fußball sind sich die Fans des FCM und HFC sogar spinnefeind. Ganz anders sieht es dagegen im Galoppsport aus, wo die Rückkehr des Reformationsrenntages am 31. Oktober nach Halle ausgesprochen harmonisch verläuft.

Als die Saalestadt vor sechs Jahren wegen der Hochwasser-Katastrophe für den 31. Oktober passen musste, sprang Magdeburg ein. Seitdem erfreut sich der letzte Renntag im Jahr im Herrenkrug großer Beliebtheit. Doch nun sind die Sanierungsarbeiten in Halle weitgehend abgeschlossen, so dass dort wieder Galopprennen stattfinden können. Auftakt soll der 31. Oktober werden. „Alle arbeiten hart da-ran, auch der politische Wille ist da, und wir werden großartig von Magdeburg unterstützt“, betonte Präsident Andreas Neugeboren, der an den Renntagen in Magdeburg als Moderator fungiert. Als Beispiele nannte der 60-Jährige den guten Draht zum Renn-Verein, das rund 40-köpfige Magdeburger Tototeam um Chef Torsten Meyer, das am 31. Oktober in Halle vor Ort ist, oder die Schönebecker Sportstätten-Sanierungsfirma, die sich auch um das Geläuf in Magdeburg kümmert.

„So richtig Freude kommt bei uns allerdings noch nicht auf, denn es steckt doch sehr viel Arbeit dahinter“, sagte Neugeboren und verwies darauf, dass das Ganze auch ein Fluthilfeprojekt sei, bei dem Steuergelder fließen. Daher bestehe eine Verpflichtung der Wiederherstellung: „Unser Vorteil ist dabei, dass das Gelände mitten in der Stadt liegt und somit auch andere Veranstaltungen durchgeführt werden können.“

Und Magdeburg? Auf die Frage, ob nicht auch ein bisschen Wehmut dabei sei, eine solch erfolgreiche Veranstaltung samt der Einnahmen zu verlieren, antwortete Präsident Heinz Baltus: „Es ist, wie es ist. Als seinerzeit in Halle nichts mehr ging, haben wir davon profitiert und den Renntag bei uns ausgetragen. Jetzt, wo dort die Probleme überwunden sind, ist es selbstverständlich, dass wir den Renntag zurückgeben, denn der 31. Oktober gehört eigentlich nach Halle.“

Ein Hintertürchen ließ Baltus aber offen: „Sollte es wider Erwarten Halle doch nicht schaffen, stehen wir Gewehr bei Fuß.“

Übrigens: Was eine mögliche Verlegung des Magdeburger Renntages vom 19. auf den 20. Oktober anbetrifft, will sich Baltus auf der bevorstehenden Präsidiumssitzung am kommenden Montag mit seinen Kollegen abstimmen.