Magdeburg l Der Maltasee bei Poznan ist nicht für jeden Wassersportler ein Ort der Idylle. „Poznan ist dafür bekannt, von den Windbedingungen her ziemlich mies zu sein“, sagt Yul Oeltze vom SCM. Der 25-Jährige hofft zumindest auf faire Bedingungen, wenn er im Canadier-Zweier mit dem Leipziger Peter Kretschmer zum ersten Weltcup der Saison vom heutigen Donnerstag an in Polen antritt. Immerhin geht es für den amtierenden Weltmeister gegen die Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey aus Potsdam um das WM-Ticket für Szeged (Ungarn/21. bis 25. August).

Der Deutsche Kanuverband (DKV) hält für den ersten internationalen Start des Jahres ein verlockendes Angebot für seine 28 gemeldeten Boote parat: Jeder Sieger fährt direkt nach Szeged. So weit denken ganz sicher Oeltze/Kretschmer, die seit 2017 über 1000 Meter ungeschlagen sind. „Und diese Serie wollen wir nicht abreißen lassen“, sagt der Magdeburger. So weit denkt Michael Müller vom SCM, der den Einer-Canadier über die nicht-olympischen 500 und 5000 Meter steuern wird, indes nicht. Und so weit denken auch Jasmin Fritz und Julia Hergert nicht, die sich aber im Zweier-Kajak über 500 Meter für die WM empfehlen wollen.

Für Oeltze geht es nur um den Sieg

Im Zweikampf mit Sarah Brüßler/Jule Hake (Karlsruhe/Lünen) müssen sich die SCM-Damen durchsetzen. „Unser Ziel ist es natürlich, das schnellste deutsche Boot zu sein“, erklärt Fritz. „In den letzten Tagen war ich ein bisschen müde und erschöpft“, berichtet die 23-Jährige über die finalen Einheiten in Kienbaum. Aber kurz vor Poznan kehrte Ruhe ein. „Mein Gefühl sagt mir, dass es richtig gut werden kann.“ Richtig schön wäre es dann, „wenn wir in einem stark besetzten Weltcup-Feld ins A-Finale fahren“.

Zusätzliche Motivation – wenngleich die Trainingszeiten noch ausbaufähig sind – erhält Hergert allein aufgrund der Tatsache, dass sie ihr Weltcup-Debüt in der A-Nationalmannschaft gibt. „Ich freue mich“, bestätigt die 20-Jährige. „Ich habe Bock zu zeigen, was wir können.“ Das will auch Michael Müller, der gesund durch die Vorbereitung gekommen ist und deshalb mit zwei Zielen an den Start geht. „Ich möchte ins A-Finale kommen und dort so weit wie möglich nach vorne kommen“, blickt der 26-Jährige voraus.

Frische Böen vorhergesagt

Für Oeltze und Kretschmer zählt dagegen nur der Sieg. „Die Vorbereitung lief nach leichten Startschwierigkeiten sehr gut, wir haben uns schnell eingefuchst und eingefahren“, sagt Oeltze. Und kämpferisch blickt der zweimalige Welt- und Europameister voraus: „Wenn wir das abliefern, was wir können, kann uns keiner schlagen.“

Und was macht nun der Wind am finalen Sonntag? Er weht grundsätzlich schwach, aber mit frischen Böen aus Westen. Berichtet jedenfalls der Wetterfrosch. Der Weltcup in Poznan könnte mal wieder ein Lotteriespiel werden.