Berlin l Er war dann mal weg - bereits nach dem Vorkampf. Christoph Harting, Olympiasieger und mit 66,01 Metern der Zweite der deutschen Bestenliste 2019, hat sich am Sonnabend mt drei ungültigen Versuchen vorzeitig aus dem Rennen um den deutschen Meistertitel im Berliner Olympiastadion geworfen. Und damit den Diskus-Hünen Martin Wierig und David Wrobel vom SC Magdeburg den Weg zum Doppelsieg endgültig geebnet.

Wierig katapultierte vor 26.200 Zuschauern die Zwei-Kilo-Scheibe im vierten Versuch auf 65,39 Meter, löste den bis dahin führenden Wrobel an der Spitze ab und wurde bis zum Ende des Wettbewerbs nicht mehr übertroffen. Damit feierte der 32-Jährige bei seinen 13. nationalen Titelkämpfen den ersten Sieg, übertraf dabei ein weiteres Mal die Norm (65,00) für die Weltmeisterschaft in Doha (Katar/28. September bis 6. Oktober). "Ich wollte unbedingt den Titel, aber ich wollte auch unbedingt noch einmal über die WM-Norm werfen", sagte ein glücklicher Wierig.

Auch der 28-jährige Wrobel feierte eine Premiere: Zum ersten Mal schaffte er es auf das Podest bei deutschen Meisterschaften. Mit 63,87 Metern belegte er den zweiten Rang. "Wir haben uns gesagt: Unser Ziel ist der Doppelsieg", berichtete Wrobel über die interne Absprache mit Wierig. "Das haben wir geschafft." Zum ersten Mal in der Geschichte des SCM.

Auch Daniel Jasinski, der Bronzegewinner von Rio 2016, konnte das nicht verhindern. Bei seinem ersten Wettkampf in dieser Saison kam der Leverkusener nicht über 61,99 Meter hinaus. Bronze sicherte sich indes der Ex-Magdeburger Torben Brandt mit 62,59 Metern - persönliche Bestleistung.