Hannover l Zwei Tage nach der emotionalen Zielankunft der Tour de France am Sonntag in Paris saß Robert Wagner schon wieder im Sattel. Beim nach fünfjähriger Pause wieder belebten Kriterium „Nacht von Hannover“ machte der Magdeburger in den Schlussrunden ordentlich Tempo, schließlich zogen auf der Zielgeraden die Top-Sprinter vorbei, und André Greipel (Rostock) siegte vor Marcel Kittel (Erfurt) und Nikias Arndt (Buchholz). Ein Bild, das sich auch bei der Straßen-Weltmeisterschaft in Katar (9. bis 16. Oktober) wiederholen könnte. Nach seiner bislang erfolgreichen Saison mit Tour-Premiere hofft der 33-Jährige auch auf sein WM-Debüt für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

50 Jahre nach dem letzten deutschen Titel durch Rudi Altig wollen die deutschen Sprinter auf dem topfebenen Kurs im Emirat um die Goldmedaille sprinten. Ob Greipel oder Kittel Kapitän werden oder beide sogar zusammen an den Start gehen, ist zwar noch unklar, aber Wagner wäre als Helfer gern dabei. „Das wäre toll, würde meine Saison endgültig rundmachen. Ich bin fünfmal die Katar-Rundfahrt gefahren und habe am Jahresanfang auch die Strecke gesehen“, sagt Wagner. Präferenzen habe er keine: „Die Frage stellt sich nicht. Ich würde für beide fahren und für jeden 110 Prozent geben“, sagt Wagner, der 2011 für die Straßen-WM erst im letzten Moment von Jan Schaffrath aus dem BDR-Kader gestrichen wurde.

Nach der Tour („Die drei Wochen sind wie im Flug vergangen“) bestreitet der ehemalige deutsche Meister noch die Kriterien in Neuss, Heerlen (Niederlande) und Gera. In Hannover, wo er im Derny-Rennen als Dritter auf dem Podest stand, hatte er Besuch von der Familie aus Magdeburg. „Die Rennen sind absolut keine Strafe, die nehme ich gern mit“, sagt Wagner, zumal sich auch etwas die Kasse aufbessern lässt.

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Erst am 19. August muss Wagner wieder Verpflichtungen bei seinem niederländischen Team Lotto-Jumbo NL nachkommen, bei dem er während der Tour bis Ende 2018 seinen Vertrag verlängert hat. Auch in Deutschland fährt er nochmals, am 21. August bei den Cyclassics in Hamburg. Dann zeichnet sich sicher ab, wer zur WM nach Katar soll. Wagner: „Derzeit fühle ich mich richtig gut. Natürlich muss ich im Oktober in Form sein, aber für Katar sehe ich mich absolut gewappnet.“