Magdeburg l Florian Wellbrock gibt sich im Vorfeld der deutschen Meisterschaften bescheiden. „Ich werde über 200, 400 und 1500 Meter an den Start gehen, und ich nehme jeden Wettkampf ernst. Mal sehen, ob es dann zu einem WM-Ticket reicht“, sagte er. Aber der Ehrgeiz des Freistil-Spezialisten vom SC Magdeburg ist natürlich groß genug, um zumindest eine Fahrkarte für die Weltmeisterschaften vom 15. bis 30. Juli in Budapest zu lösen. Jene Fahrkarte nämlich über die 1500 Meter. Auf dieser Strecke ist er Deutschlands Führender in diesem Jahr mit 15:02,91 Minuten. Damit war er bereits fast zehn Sekunden schneller als die U-23-Norm, die Wellbrock im Europa-Sportpark anbieten und mit der er zudem Erster und Zweiter werden muss. Seine einzige Chance auf Budapest ist das allerdings nicht.

Sein Trainer Bernd Berkhahn weiß: „Mit ein bisschen Glück kann sich Florian über 400 Meter seinen zweiten Einzelstart bei der WM sichern.“ Auf dieser Strecke ist er in diesem Jahr nicht nur Bestzeit geschwommen, sondern hat die magische Grenze von 3:50 Minuten gleich um 1,62 Sekunden unterboten. Damit ist er der WM-Norm (3:48,15), die er im Vorlauf am Donnerstag schwimmen muss, verdächtig nah gekommen.

Gewappnet für das Finish

Das ist wiederum ein Zeugnis dafür, dass „Florian noch kompakter ausgestattet ist als im vergangenen Jahr“, erklärte Berkhahn. Sie haben an seiner Grundgeschwindigkeit gearbeitet. „Die Trainingsergebnisse sind so, wie wir es geplant haben“, so Wellbrock. „Ich sollte also für das Finish gewappnet sein“, fügte er lächelnd an.

Bei der Kurzbahn-Meisterschaft im letzten November hatte Wellbrock im Endspurt über die 1500 Meter gegen Poul Zellmann (Essen) verloren. Seither, und mit durchgehend starken Zeiten, „hat Florian viel Selbstvertrauen getankt“, betonte sein Trainer. Das Selbstvertrauen ist auch mit Blick auf die deutsche Rangliste über die längste Beckendistanz gerechtfertigt: Hinter Wellbrock folgt Sören Meißner (Würzburg) mit 19 Sekunden Rückstand auf Rang zwei.