Magdeburg l 15 Kilometer pro Tag im Becken – und es geht noch weiter. Franziska Hentke hat auch ihre jüngste Erkältung überwunden und absolviert derzeit einen Ausdauerblock. Neben den Einheiten im Wasser rennt die Schwimmerin vom SC Magdeburg zirka acht Kilometer auf dem Laufband täglich, übt sich im Bankdrücken mit 50 Kilo bei drei Wiederholungen. Und nimmt nebenbei Einladungen in Empfang. Zum Beispiel für die Teilnahme an der „Champions Swim Series“ des Weltverbandes Fina.

An der neuen Serie dürfen nur Athleten teilnehmen, die einen Weltrekord halten oder bei der letzten Weltmeisterschaft zu Medaillenehren gekommen sind. Als einzige Deutsche hatte Hentke dies mit Silber über 200 Meter Schmetterling im Juli 2017 geschafft. Die Serie geht über drei Wettbewerbe: in Guangzhou (China), in Budapest (Ungarn) und Indianapolis (USA).

Ort ihres größten Erfolges

„Der Aufwand, daran teilzunehmen, ist aber sehr groß“, sagt Hentkes Trainer Bernd Berkhahn. „Deshalb bleiben wir in Europa.“ Heißt: Hentke wird am 11./12. Mai in Budapest auf ihrer Paradedistanz an den Start gehen. „Das wird ein Rennen auf einem absolut hohen Niveau“, blickt die 29-Jährige auf ihre Rückkehr nach Budapest voraus.

Es ist der Ort, an dem sie mit WM-Silber den bislang größten Erfolg ihrer Karriere feiern durfte. „In Vorbereitung auf die nächste WM wäre das ein guter Vergleich.“ Die Titelkämpfe 2019 finden in Gwangju (Südkorea/12. bis 28. Juli) statt. Nebenbei gibt es bei der Fina-Serie auch Geld zu gewinnen. Etwa dreieinhalb Millionen Euro schüttet der Weltverband an Prämien aus.

Trainingslager in der Höhe

Vor Budapest kommt aber noch eine andere Herausforderung: Bis zum 30. April muss Franziska Hentke nämlich die Norm für Gwangju bestätigt haben. Die Bundestrainer Berkhahn und Hannes Vitense haben die Vorgaben gelockert, Hentke muss diesmal 2:08,20 Minuten über die 200 Meter Schmetterling liefern. „Machbar“, kommentiert sie kurz und knapp. Immerhin hält sie mit 2:05,26 Minuten den deutschen Rekord. Und den will sie in diesem Jahr angreifen.

Dafür bricht Hentke am 18. Februar nach Spanien auf. Gemeinsam mit Sarah Köhler absolviert sie in 2300 Metern Höhe der Sierra Nevada ihr erstes Trainingslager 2019. Vier Wochen lang. Die Freiwasser-Athleten folgen dem Duo wenige Tage später. Und vielleicht haben dann alle etwas zu feiern. Denn Finnia Wunram, Rob Muffels und Florian Wellbrock kämpfen am 16. Februar in Doha (Katar) bereits ums WM-Ticket.