Boxen

SES-Promoter Steinforth teilt Dzemskis Kritik nach Boxabend in Magdeburg nicht

Von René Miller
SES-Promoter Ulf Steinforth vorm Junioren-WM-Duell im Halbschwergewicht mit den Kämpfern Tom Dzemski (2.v.l.) und Michael Eifert (2.v.r.). Daneben stehen jeweils die Trainer Dirk Dzemski und Ali Celik.
SES-Promoter Ulf Steinforth vorm Junioren-WM-Duell im Halbschwergewicht mit den Kämpfern Tom Dzemski (2.v.l.) und Michael Eifert (2.v.r.). Daneben stehen jeweils die Trainer Dirk Dzemski und Ali Celik. Foto: Peter Gercke

Magdeburg - Stallinterne Duelle sind beim Boxen Fluch und Segen zugleich. Einerseits bleiben die Titel im Stall, andererseits müssen die Verantwortlichen objektiv bleiben und können sich mit ihrer Meinung zum Kampf nicht auf eine Seite schlagen. SES-Promoter Ulf Steinforth kennt sich mit solchen Situationen aber bestens aus. Schließlich sind in seinem Boxstall interne Duelle feste Tradition.

Steinforth bleibt immer objektiv

Beim K.o.-Sieg von Robin Krasniqi gegen Dominic Bösel war die Sache im vergangenen Oktober durch das vorzeitige Ende natürlich klar. Aber als Krasniqi zuvor gegen Stefan Härtel verlor und von einem Fehlurteil sprach, hat er sich davon nicht beirren lassen. „Das war ein hochklassiger Fight. Und auch ich habe Stefan nach Punkten vorn gesehen“, sagt Steinforth heute noch.

Seit Samstagabend wird aber wieder fleißig diskutiert. Der Sieg von Michael Eifert gegen Tom Dzemski um die Junioren-Titel im Halbschwergewicht der IBF und WBC ist nach Punkten eindeutig, aber Trainer Dirk Dzemski kritisiert den Ringrichter. Zu Beginn der 3. Runde forderte Timo Habighorst die beiden Kämpfer auf, nicht zu klammern, woraufhin Dzemski die Arme hob, dabei aber einen Schlag kassierte. Auch das ständige Abducken und einige Ellenbogenstöße sorgen bei Dzemski für Frust.

Keine Vorwürfe an Eifert

Steinforth: „Dass Dirk so emotional reagiert, kann ich natürlich voll verstehen. Aber ich glaube, dass Tom diese Situation einfach falsch wahrgenommen hat und davon ausging, dass der Kampf unterbrochen wurde. Ich kann Michael da nichts vorwerfen. Das passiert im Eifer des Gefechts. Und man muss im Ring in jeder Situation hellwach sein.“

Dzemski selbst bleibt natürlich bei seiner Meinung, unterstellt aber ebenfalls niemandem irgendwelchen Vorsatz. Dzemski: „Das hat natürlich keiner mit Absicht gemacht. Der Ringrichter nicht, Michael nicht. Und Tom muss sich da vielleicht auch besser schützen und ein bisschen cleverer verhalten. Aber ich bin einfach zu sehr Perfektionist und ärgere mich darüber, wenn ein Kampf durch solche Dinge beeinflusst wird und die Richtung ändert.“

Abducken nicht regelwidrig

Das von Dzemski kritisierte Abducken war für den Promoter nicht strafbar. Steinforth: „Das war zwar nicht schön, aber keinesfalls regelwidrig. Solche Haken und Ösen gehören im Boxen dazu. Wo der Ringrichter eingreifen hätte müssen, waren die Ellenbogenstöße. Aber die haben den Kampf nicht entschieden und sollten den Sieg von Michael auch nicht schmälern. Tom war irgendwann zu sehr im Kampf- statt im Box-Modus. Und wenn man zu sehr anrennt, dann fängt man meistens auch mehr. Michael war einfach cleverer und ich bin mir sicher, dass Tom so etwas nie wieder passiert.“

Schließlich hat SES mit Eifert und Dzemski noch viel vor. Steinforth: „Diese Niederlage ist kein Weltuntergang. Für beide fängt die Box-Karriere doch jetzt erst richtig an. Und ihr Potenzial haben sie in diesem Duell deutlich gezeigt.“