Galopp

Sponsorenabend beim Magdeburger Renn-Verein: Traktorfahrt der besonderen Art

Der Sonderpreis für den Münchner Christian Sundermann war am Freitag der Höhepunkt des Sponsorenabends beim Magdeburger Renn-Verein.

Von Uwe Tiedemann
Christian Sundermann ist beim Start sichtlich verblüfft.
Christian Sundermann ist beim Start sichtlich verblüfft. Foto: Heinzmann

Magdeburg - Eine eher seltene Preisübergabe fand am vergangenen Freitag beim Sponsorenabend des Magdeburger Renn-Vereins im Herrenkrug statt. Im Mittelpunkt dabei: Club-Mitglied Christian Sundermann aus München.

Sundermann, hiesigen Galoppsportanhängern vor allem bekannt durch sein Faible für den Humoristen Loriot und entsprechende Namen für seinen Rennstall („Wo laufen sie denn?“) und Pferde, war mit Ehefrau Ulrike für einen Tag extra aus der bayerischen Landeshauptstadt nach Magdeburg gekommen, um sich seinen Preis „abzuholen“ – nämlich auf einem Traktor eine Runde das Geläuf zu mähen.

Galopp wieder zum Leben erwecken

Die Vorgeschichte: Sundermann ist es gelungen, mit zwei weiteren Initiatoren den durch die Corona-Pandemie krisengeschüttelten Galopprennsport wieder zum Leben zu erwecken und die Umsätze deutlich zu erhöhen. Die Idee dabei vor einem Jahr war, mit dem Slogan „Wetten, dass?! wir es schaffen …“ 100 Personen bzw. Tippgemeinschaften zu finden, die bereit sind, an jedem Wochenend-Renntag im Jahr eine spezielle Wette mit einem Mindesteinsatz (ab 300 Euro) zu tätigen. Es funktionierte! Der Erfolg übertraf sogar die Erwartungen des „Wetten-dass-Trios“.

„Mittlerweile läuft bis November schon die dritte Aktion, diesmal mit dem Namen 20.21“, so Sundermann, der mit seinem Team darüber hinaus einen richtigen Wettbewerb austragen lässt. Wer ist am Ende der Beste? „Alle, die mitwetten, sind ja registriert, so dass wir eine Gesamtwertung erstellen können und die Top 30 auch veröffentlichen.

Rasenmähnen als besonderer Preis

Pro gewonnenem Euro gibt es für die Teilnehmer einen Punkt, dazu auf Youtube eine kleine Videosendung und über Facebook eine Gruppe, wo jeder Teilnehmer, wenn er denn möchte, eine eigene Bühne bekommt“, erzählte Sundermann nicht ohne Stolz und bezifferte den Gewinn für die Vereine in Deutschland bislang auf rund 400 000 Euro. Darüber hinaus werden (Geld)Preise ausgelobt. So beteiligt sich auch der Galopper-Dachverband in Köln daran. Es gibt aber eben auch spezielle spaßige Events, die nicht käuflich sind, wie z. B. jetzt das Rasenmähen auf der Rennbahn in Magdeburg.

Gesagt, getan. Was aber bei der Einweisung noch einwandfrei funktionierte, erwies sich beim Ernstfall doch schwieriger als gedacht, denn der von Sundermann gelenkte Traktor nahm beim Start ganz schön Tempo auf. „Ich bin vorher noch nie Trecker gefahren. Es war ein Riesenspaß. Warum ich aber am Anfang so schnell war, kann ich gar nicht sagen“, so Sundermann, dessen „Rundreise“ von Frank Wiedemann, SAW-Moderator und neuer Pressesprecher des Renn-Vereins, launig kommentiert wurde (,,jetzt biegt er in den Biederitzer Bogen ein … ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg“).

Sundermanns Pferde bleiben fern

Ronald Gaedecke, renntechnischer Leiter und „Mädchen für alles“ im Verein, hatte Sundermann während der Fahrt begleitet und klärte auf: „Er hat am Anfang die Kupplung zu schnell losgelassen. Solch einen Traktor zu beherrschen, ist gar nicht so einfach, weil man gleichzeitig fahren und mähen muss.“

Die „Preisvergabe“ war das Highlight eines gelungenen Abends, der trotz der tropischen Temperaturen bei Musik von DJ Rene Spanka und leckerem Gegrilltem rund 100 Sponsoren angelockt hatte. Und der nicht zuletzt die richtige Einstimmung auf den zweiten Renntag am 26. Juni war.

Und wann ist wieder mit einem Start von Sundermanns Vierbeinern in Magdeburg zu rechnen? Seine Antwort: „Ich habe derzeit nur zwei Pferde. Das eine heißt ,Sie haben da was’ und läuft ausschließlich Hürdenrennen. Das andere ist ,Kosakenzipfel’ und aufgrund seiner Größe eher für Langstrecken geeignet. Aber vielleicht klappt es mal wieder.“ Unvergessen bleiben die Auftritte von „Ach was“ im Herrenkrug. Das Pferd konnte sich einige Male weit vorne platzieren, musste aber 2016 nach einem Koppelunfall eingeschläfert werden.