Halle/Saale l Der Sport in Sachsen-Anhalt hat sich am Freitagabend im Dormero Kultur- und Kongresszentrum in Halle gefeiert. Mehr als 400 Ballgäste aus Sport, Politik und Wirtschaft – darunter zehn der 14 Olympia- und Paralympics-Starter –, ließen das Olympia-Jahr Revue passieren. Nicht alle Hoffnungen gingen 2016 in Erfüllung, es gab aber auch einige gute Gründe zum Feiern – und das taten die Ballgäste zum Jahresausklang gut gelaunt in festlicher Atmosphäre.

„Wenn mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes, Olympiasieger und Weltmeister von gestern und heute sich beim Ball die Klinke in die Hand geben, macht uns das richtig stolz. Es ist ein Stück weit Anerkennung für die zumeist ehrenamtlich geleistete Arbeit im Sport in Sachsen-Anhalt“, sagte Andreas Silbersack, Präsident des LSB und Gastgeber des 24. „Ball des Sports“.

Höhepunkt des Abends, durch den gewohnt charmant und schlagfertig die MDR-Moderatoren Susi Brandt und Stephan Michme führten, war die Proklamation der Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahres. Die Umfrage wurde wieder vom Verband Sportjournalisten Sachsen-Anhalt durchgeführt, 36 der 55 Mitglieder stimmten ab und votierten bei den Frauen für Julia Lier. Die Ruderin vom HRV Böllberg/Nelson holte bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille im Doppelvierer. Mit 137 Punkten siegte die 25-Jährige vor Andrea Eskau (76/USC Magdeburg). Die dreimalige Umfrage-Gewinnerin hatte bei den Paralympics in Rio erneut die Goldmedaille mit dem Handbike gewonnen. Platz drei ging an Franziska Hentke (66/SC Magdeburg). Nach dem EM-Titel über 200 Meter Schmetterling erfüllten sich bei den Spielen ihre Hoffnungen nicht.

Bei den Männern ging mit Finn Lemke der Sieg an einen Mannschaftssportler. Der 2,10-Meter-Riese vom SC Magdeburg, der am Saisonende den Verein in Richtung MT Melsungen verlassen wird, war eine der tragenden Säulen der Nationalmannschaft, die zunächst zu Jahresbeginn Europameister wurde und später bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Bronzemedaille erkämpfte. Mit 105 Punkten setzte sich Lemke vor Schwimmer Paul Biedermann (100/SV Halle) und Ruder-Ikone Marcel Hacker (64/SC Magdeburg) durch. Biedermann und Hacker beendeten nach den Spielen ihre sportliche Laufbahn.

Bei den Mannschaften ging die Auszeichnung erstmals seit 2002 wieder an die Handballer des SC Magdeburg, die sich Anfang Mai den DHB-Pokal sicherten. Mit 108 Punkten verwies der SCM den SKV Rot-Weiß Zerbst (85) auf den zweiten Rang. Die Sport-Kegler holten zum wiederholten Mal den Weltpokal. Platz drei sicherte sich der 1. FC Magdeburg (71), der sich als Aufsteiger in die 3. Liga überaus achtbar schlug und in seiner Premierensaison den vierten Platz belegte.

Verabschiedet aus dem Leistungssport wurden die Ruderinnen Anne Becker/Michaela Schmidt (SV Halle), Kanute Erik Leue (SC Magdeburg), Schwimmer Paul Biedermann (SV Halle) und Ruderer Marcel Hacker (SC Magdeburg).

Die Ehrung „Für das sportliche Lebenswerk“ nahm Hans-Georg Moldenhauer entgegen. Der Sportfunktionär aus Magdeburg, der erst vor wenigen Tagen seinen 75. Geburtstag feierte, hatte zahlreiche Spitzenpositionen im Deutschen Fußball-Bund und Deutschen Sportbund inne. Die Laudatio „auf seinen Freund“ hielt DFB-Vizepräsident Erwin Bugar aus Magdeburg.

Der Preis „Breitensport-Ass 2016“ ging an die 91-jährige aktive Turnerin Johanna Quaas aus Halle. Als beste Nachwuchstrainer wurden Henny Gastel, Kai Dockhorn (beide Leichtathletik), als bester Anschlusstrainer Roland Sommer (Rudern) und als bester Spitzentrainer Frank Köhler (Rudern) geehrt.