Leichtathletik

Trauer um SCM-Trainer Armin Lemme

Die Magdeburger Sportfamilie trauert um Trainer Armin Lemme.

Von Daniel Hübner
Armin Lemme (l.) trainierte seit Dezember 2013 Martin Wierig (r.) und David Wrobel.
Armin Lemme (l.) trainierte seit Dezember 2013 Martin Wierig (r.) und David Wrobel. Eroll Popova

Magdeburg - Man konnte gar nicht anders, man musste Armin Lemme zuhören. Wenn er von seiner Bestleistung mit dem Diskus berichtete, die er am 10. Juli 1982 im damaligen Karl-Marx-Stadt mit 68,50 Metern aufgestellt hatte, oder wenn er vom Leben im Sportinternat berichtete und über die Musik, die damals gehört wurde: Rock’n Roll.

Seine hünenhafte Figur von 1,99 Metern ließ ihn schon aus der Ferne entdecken. Aber viel prägender war für den in Packebusch (Altmark) geborenen Trainer der SCM-Werfer die Ruhe, die Geduld – und nicht zuletzt seine große Empathie. Lemme konnte man nicht nur gut zuhören, Lemme hat auch jede Frage beantwortet. Er war in seinem Wesen immer der Lehrer, den man sich wünscht, wenn man mit dem Latein am Ende war oder wenn es überhaupt an Ahnung fehlte.

Besonders geprägt hat er beim SCM und gemeinsam mit Martin Wierig die 2010er Dekade, in der der Athlet 2012 Olympiasechster und 2013 Vierter bei der Weltmeisterschaft wurde. Das schönste und das schlimmste sportliche Ereignis für Lemme. Wierigs weitester WM-Versuch in Moskau war damals ganz knapp im Aus und an den Medaillen vorbei gelandet.

Lemme führte Wierig auch zu seinem letzten großen Erfolg 2019, den deutschen Meistertitel. Er führte Wierig und David Wrobel zur WM im gleichen Jahr nach Doha. Er führte Wrobel zu seiner Olympia-Premiere nach Tokio. Die Zusammenarbeit mit beiden endete offiziell am 1. Juli, als sich Lemme in den verdienten Ruhestand verabschieden wollte. Es ist leider anders gekommen: Lemme laborierte schon lange an gesundheitlichen Problemen. Am vergangenen Sonntag, einen Tag nach dem Diskusfinale in Tokio, hat das Herz aufgehört zu schlagen. Armin Lemme wurde nur 65 Jahre alt.