Olympische Winterspiele Rom geht nach Schäden an Italiens Bahnnetz von Sabotage aus
Fast zeitgleich zum Start der Winterspiele in Norditalien gibt es Zwischenfälle auf verschiedenen Bahnstrecken. Die Rede ist von „schweren Sabotageakten“. Die Behörden ermitteln aber noch.

Mailand - Nach den Schäden auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn zu Beginn der Olympischen Winterspiele deutet nach Angaben der Regierung alles auf Sabotage hin. In einer Mitteilung des Verkehrsministeriums unter Leitung von Vize-Regierungschef Matteo Salvini war von „schweren Sabotageakten“ die Rede. In die Ermittlungen hat sich auch eine Anti-Terror-Einheit eingeschaltet.
Salvini selbst - Vorsitzender der rechten Partei Lega - sprach von einem Attentat. Ob es sich tatsächlich um gezielte Sabotage handelt, ist allerdings noch nicht geklärt. An drei Stellen des Bahnnetzes waren am Samstag Beschädigungen entdeckt worden, was für erhebliche Behinderungen sorgte. Manche Züge waren zweieinhalb Stunden verspätet.
Die Vorfälle erinnern an ähnliche Vorkommnisse zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris. Damals hatten Unbekannte kurz vor Eröffnung der Spiele koordinierte Brandanschläge auf das Netz der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verübt.
Schäden sorgen für erhebliche Verspätungen
Auf der Strecke zwischen der Großstadt Bologna und Padua wurde nach Angaben der Sicherheitsbehörden ein „rudimentärer Sprengkörper“ auf einer Weiche gefunden. Auf derselben Strecke wurde entdeckt, dass Stromkabel in einem Schacht durchtrennt wurden. Zwischen Bologna und Ancona geriet in der Nähe des Bahnhofs von Pesaro ein Stromkasten in Brand.
Die Schäden hatten erhebliche Verspätungen zufolge, auch bei Hochgeschwindigkeitszügen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) musste zwischenzeitlich sogar den Bahnhof in Bologna schließen. Am Nachmittag lief der Verkehr langsam wieder normal.
Bologna ist ein wichtiger Knotenpunkt im italienischen Bahnnetz. Die Stadt befindet sich auf der zentralen Verbindung zwischen dem Süden und Städten im Norden wie Mailand und Venedig. Mailand ist noch bis zum 22. Februar gemeinsam mit Cortina d'Ampezzo Gastgeber der Winterspiele.
Krawalle in Mailand in der Nacht
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sorgt sich angesichts der Vorfälle auf dem Bahnnetz um das Image ihres Landes. Zudem gab es mehrere Demonstrationen in Mailand - unter anderem gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungspolizei ICE bei den Winterspielen, die in den Vereinigten Staaten durch teils brutale Gewalt auffiel.
Am Samstagabend kam es bei einer Demonstration zu Krawallen. Ein Protestmarsch von mehr als 3.000 Menschen hatte sich in Richtung des olympischen Dorfes aufgemacht. Dabei warfen Teilnehmer Rauchbomben und Molotow-Cocktails auf Sicherheitskräfte. Die Polizei setzte Schlagstöcke, Wasserwerfer und Tränengas ein. Es gab sechs Festnahmen.
Meloni nannte die Beteiligten an den Ausschreitungen „Feinde Italiens und der Italiener“. Sie sorgten dafür, dass Bilder der Krawalle „im Fernsehen auf der halben Welt“ gezeigt werden, schrieb die rechte Regierungschefin bei Instagram. Dazu stellte sie ein Video des US-Fernsehsenders Fox, der die chaotischen Szenen zeigt.
Meloni erwähnte auch die Zwischenfälle bei der Bahn. „Tausende und Abertausende Italiener arbeiten in diesen Stunden daran, dass während der Olympischen Spiele alles funktioniert“, schrieb Meloni. Viele seien als Freiwillige unterwegs, „weil sie möchten, dass ihre Nation einen guten Eindruck macht, bewundert und respektiert wird“.