1. FC Magdeburg

Brandt hat Herzklopfen

Vor dem Punktspielstart geht beim ehemaligen HFC-Akteur Niklas Brandt der Herzschlag besonders hoch. Sorgen macht das ihm nicht mehr.

19.01.2016, 23:01

Magdeburg l Niklas Brandt hat schon für beide sachsen-anhaltinische Traditionsvereine in der 3. Liga gespielt. Am Sonntag (14 Uhr, erdgas-Sportpark, live im MDR) kehrt der defensive Mittelfeldspieler mit dem FCM an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück, bei der er bis Sommer 2014 spielte. „Ein Derby ist immer etwas Besonderes, gerade in Halle. Ich kenne aus meiner Zeit noch einige Mitspieler, wie Timo Furuholm, Björn Ziegenbein und Toni Lindenhahn. Auch meine Familie wird im Stadion sein“, berichtet Brandt mit leicht aufgeregtem Herzschlag.

Das Herz hatte Brandt zu Saisonbeginn einen Streich gespielt, arbeitete nicht, wie es sollte. Im Herzzentrum Leipzig wurde eine gutartige Rhythmusstörung (AV-Knoten-Reentrytachykardie) diagnostiziert. Der 24-Jährige wurde im Juli erfolgreich operiert und trägt seit dieser Zeit ein winziges modernes telemedizinisches EKG-System unter seiner Haut. „Mir geht es wieder richtig gut, ich habe keine Probleme mehr seit der Operation“, sagte Brandt, der ausgerechnet gegen den HFC sein Drittliga-Debüt für den FCM feierte und vier Minuten nach seiner Einwechselung den 2:1-Siegtreffer von Christian Beck einleitete.

Beim Rückspiel am Sonntag – der Siebte der Tabelle empfängt den Vierten – würde Brandt natürlich gerne wieder dabeisein, am besten von Beginn an. „Ich bin guter Dinge, ich habe im Training richtig Gas gegeben – es kann wieder losgehen“, sagte Brandt am Dienstag vor der zweiten Trainingseinheit auf dem überfrorenen Kunstrasenplatz neben der MDCC-Arena. Dass die Vorbereitung „kurz und knackig“ ausfiel und nur zwei Testspiele bereithielt, sei kein Problem.

Nach der starken Hinrunde des Aufsteigers mit 32 Punkten, zu denen Brandt zwei Tore gegen den Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt beisteuerte, will die Mannschaft von Trainer Jens Härtel am Sonntag möglichst mit einem Erfolgserlebnis der Euphoriewelle neuen Schwung verleihen. „Klar, wir hoffen, dass wir das Spiel in Halle positiv gestalten können, schließlich wollen wir so schnell wie möglich 42, 43 Punkte auf dem Konto haben. Da würde ein Erfolgserlebnis natürlich helfen“, so Brandt. Nach dem Klassenerhalt mit Magdeburg will sich Niklas Brandt dann im Sommer auch den kleinen Chip aus der Brust entfernen lassen – auch ohne Hilfe schlägt sein Herz längst im Takt für den FCM.