Handball / SCM

Magnusson verlängert beim SCM bis 2026

Bevor sich die Spieler des SC Magdeburg in den Urlaub oder zur Nationalmannschaft verabschiedeten, wurde noch eine wichtige Personalie für die Zukunft geklärt. Omar Ingi Magnusson verlängerte seinen Kontrakt bis 2026.

Von René Miller
Omar Ingi Magnusson setzt sich hier am Kreis energisch gegen den Lemgoer  Dani Baijens durch und  zieht zum gegnerischen Tor. Mit dieser Dynamik hat Magnusson viele seiner 274 Tore erzielt.
Omar Ingi Magnusson setzt sich hier am Kreis energisch gegen den Lemgoer Dani Baijens durch und zieht zum gegnerischen Tor. Mit dieser Dynamik hat Magnusson viele seiner 274 Tore erzielt. Foto: Franzi Gora

Magdeburg - Dass sich der Himmel in den Sommermonaten über Island auch in der Nacht kaum richtig verdunkelt, ist bekannt. Aber dass Omar Ingi Magnusson gleich in seinem ersten Jahr beim SC Magdeburg als großer Stern in der Handball-Bundesliga aufgeht, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. Und als er gestern in seine Heimat flog, hatte er nicht nur die Trophäe des besten Torschützen der abgelaufenen Saison in der Tasche, sondern auch noch einen neuen Vertrag.

Isländer hat in Magdeburg viel vor

Rund um das Saisonfinale haben sich der SCM und Magnusson auf eine Vertragsverlängerung bis 2026 geeinigt. Der bisherige Kontrakt lief bis 2024. „Ich spüre, dass der SCM in den nächsten Jahren viel erreichen möchte. Das sind auch meine Ziele mit der Mannschaft. Ich habe großes Vertrauen in Bennet Wiegert und die Verantwortlichen im Club, die eine Spitzenmannschaft formen wollen. Meine Familie fühlt sich zudem sehr wohl in Magdeburg, und somit habe ich mit voller Überzeugung meinen Vertrag langfristig verlängert, um zukünftig noch mehr mit dem SCM zu erreichen“, begründet der 24-Jährige auf der Homepage des Vereins seinen Entschluss.

Torjägertitel war nicht zu erwarten

Dass er gleich in seiner ersten Saison so eine Leistung auf die Platte bringt, überrascht sogar Trainer Bennet Wiegert. „Was für ein Potenzial in ihm steckt, wissen wir natürlich und sind davon auch überzeugt. Aber er ist noch jung und spielt das erste Jahr in der Bundesliga. Da konnte man solche Leistungen von ihm eigentlich nicht erwarten“, sagt der Trainer mit höchster Anerkennung und Zufriedenheit: „Wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir Omar so langfristig an uns binden können.“

Erstaunlich ist Magnussons Leistung auch deshalb, weil er aufgrund einer Gehirnerschütterung rund ein Jahr nicht spielen konnte. Magnusson war im Juni 2019 im Trikot von Aalborg im zweiten Halbfinalspiel bei Bjerringbro-Silkeborg nach einem brutalen Foul auf den Hinterkopf gefallen.

Trotz langer Pause sofort Top-Leistungen

Durch die Nachwirkungen der Gehirnerschütterung musste er rund acht Monate pausieren. Und als er wieder richtig auf die Platte wollte, legte Corona den Spielbetrieb still. Die Pandemie sorgte beim Umzug nach Magdeburg und dem Einleben an der Elbe natürlich für zusätzliche Probleme. Im vergangenen September durfte er sich mit seiner Frau Harpa über die Geburt von Zwillingen freuen. Als Papa war familiär dadurch auch genug außerhalb des Handballs zu tun. Aber trotzdem schaffte es Magnusson, sich immer voll zu konzentrieren und hatte nicht nur aufgrund seiner vielen Tore einen großen Anteil daran, dass der SCM die European Handball League gewann und in der Meisterschaft erneut Dritter wurde.

Danke an die Teamkollegen

„Der Schritt in die Bundesliga war für mich eine große Herausforderung. Das ist die beste Liga der Welt und man muss wirklich in jedem Spiel alles abrufen. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich der Mannschaft schon im ersten Jahr so gut helfen konnte. Ohne die Teamkollegen hätte ich aber auch nicht so viele Tore werfen können“, betont Magnusson immer wieder, dass der Titel des besten Torschützen der gesamten Mannschaft gebührt.

Denn ohne die auch durch Teamkollegen rausgeholten Siebenmeter hat man in der Torewertung keine Chance. Von seinen 274 Treffern erzielte er 134 vom Strich. Dazu kommen 140 aus dem Feld, die er sich oft mit seinem dynamischen Zug zum Tor und trickreichen Körperdrehungen erarbeitete. Jetzt will er aber mit seiner Familie erst einmal seinen Urlaub und lange, helle Nächte auf Island genießen.