Handball

SCM beißt sich oben fest

Der SC Magdeburg kletterte in der Bundesliga auf Rang drei. Und Sonntag (16 Uhr, Sky) wartet Melsungen auf den SCM.

Magdeburg l Autogammjäger hätten am Donnerstagabend außergewöhnlich lange auf die Handballer des SC Magdeburg warten müssen. Die ließen nämlich nach dem 34:28 gegen TuSEM Essen in der Kabine einfach mal die Seele baumeln. „Bei so vielen Spielen ist auch die nervliche Anspannung immer sehr hoch. Und da tut es gut, wenn man nach dem Spiel mit der Truppe in der Kabine sitzen und ganz locker quatschen kann“, erzählt Jannick Green.

Der Torwart war gegen Essen mit insgesamt 13 Paraden und einer Fangquote von 32,5 Prozent ein echter Fels in der Brandung. Ganz wichtig vor allem seine zahlreichen Paraden in der heißen Phase am Ende des Spiels. Allen voran die in der 54. Minute beim Stand von 29:27. Da hätte der Torwart vor Freude am liebsten in den Ball gebissen. Denn so konnten sich die Grün-Roten endlich absetzen und die zwei wichtigen Punkte einfahren. Green: „In den ersten 45 Minuten hatten wir unsere Probleme. Aber wichtig war, dass wir die Ruhe behalten haben.“

Wofür der Trainer auch den guten Lauf seines Teams verantwortlich macht. Der SCM ist seit Anfang Dezember inzwischen in 14 Pflichtspielen ungeschlagen, hat dabei zwölf Siege geholt. Wiegert: „Diese Serie tut uns gut. Denn dadurch glaubt man auch in engen Situationen an sich und es gibt Sicherheit. So konnten wir dann Gisli Kristjansson reinwerfen, der ordentlich Theater gemacht hat. Das ist dann die Qualität, die wir im Kader haben.“

Dass die Magdeburger durch diesen Sieg in der Bundesligatabelle auf Rang drei kletterten, ist für die Beteiligten eher nebensächlich. Green: „Da schon so viele Spiele ausgefallen sind, ist die Tabelle verzerrt. Deshalb schaue ich da eigentlich eher selten drauf.“ Eines der Teams mit den wenigsten Spielen ist Melsungen. Die haben erst 14 Partien auf ihrem Konto und stehen deshalb nur auf Rang elf. „Dieser Tabellenplatz täuscht also. Und wenn man sich den Kader von Melsungen anschaut, dann sieht man eine mit Nationalspielern gespickte Mannschaft. Da steht uns also wieder ein hartes Stück Arbeit bevor“, weiß Green vor dem morgigen Spiel (16 Uhr, Sky).

Dass Melsungen am Donnerstag eine 23:31-Klatsche in Hannover kassierte, gefällt den Magdeburgern nicht so richtig. Wiegert: „Ein angeschlagener Gegner ist gefährlich.“ Und das hat der SCM in der vergangenen Saison schmerzlich erfahren. Da hatte Melsungen zuvor ein 23:26 in Balingen kassiert, dann aber mit 31:29 gegen den SCM gewonnen.

Entscheidend wird morgen natürlich sein, ob die Magdeburger noch genug Kräfte haben. Auf einen freien Tag hat Wiegert trotz des harten Programms verzichtet. Wiegert: „Auch wenn es ein Drahtseilakt ist, müssen wir da jetzt durch. Und sportwissenschaftlich ist es besser, wenn wir die Maschinen jetzt laufen lassen und nicht zwischendrin ausstellen. Sonst fällt man viel eher in ein Loch.“

Die Mannschaft nimmt das auch mit gewohnter Routine hin. Green: „Wenn man so viel spielt, ist man im Rhythmus und denkt dabei gar nicht so viel darüber nach.“ Und nach dem Spiel in Kassel gegen Melsungen haben Green und Co. übrigens noch mehr Zeit, untereinander zu quatschen. Denn der SCM übernachtet in Frankfurt/Main und fliegt von dort aus am Montag nach Moskau.