Handball / SCM

SCM macht Rang drei klar

Die Handballer des SC Magdeburg haben mit 27:22 (12:9) erstmals bei den Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga gewonnen. Durch diesen Sieg ist auch vorzeitig Rang drei in der Abschlusstabelle gesichert.

Von René Miller
Omar Ingi Magnusson trug sieben Tore zum wichtigen Sieg des SCM bei und baute damit auch den Vorsprung in der Torschützenliste weiter aus.
Omar Ingi Magnusson trug sieben Tore zum wichtigen Sieg des SCM bei und baute damit auch den Vorsprung in der Torschützenliste weiter aus. Foto: Franzi Gora

Mannheim/Magdeburg l Die Handballer des SC Magdeburg machten in der Mannheimer SAP-Arena dort weiter, wo sie am 23. Mai aufgehört hatten – mit Feiern. Während vor vier Wochen der Triumph in der European Handball League bejubelt wurde, konnten sich die Grün-Roten am Samstagabend darüber freuen, vorzeitig Rang drei in der Bundesliga klar gemacht zu haben.

Erster Sieg beim Angstgegner

Und natürlich darüber, dass der Fluch gegen den Angstgegner endlich beendet wurde. Mit 27:22 (12:9) war es der erste Auswärtssieg gegen die Löwen und den Vorgängerclub Kronau/Östringen in der Bundesliga überhaupt. Und in der Getec-Arena konnten die Grün-Roten letzmals vor fünf Jahren gewinnen.

Magnusson mit sieben Toren

Seine Mannschaft legte auch gut los. Omar Ingi Magnusson sorgte mit zwei verwandelten Siebenmetern für eine 2:1-Führung nach fünf Minuten. Weil dem Isländer aber nach acht Minuten der Pfosten im Wege war und das nächste Tor verhinderte, drehte sich die Partie und die Löwen gingen nach zwei Gegenstößen mit 4:2 in Führung. Kurz darauf legte Magnusson aber erneut per Siebenmeter sein 250. Saisontor nach.  Am Ende hatte Magnusson sieben Tore auf seinem Konto.  

Für die Schlüsselszene der ersten Halbzeit und letztlich auch des gesamten Spiels sorgte dann Tobias Thulin, als er beim 6:7 aus SCM-Sicht (19.) erst gegen Andi Schmid glänzend parierte und dann auch noch Uwe Gensheimer einen Siebenmeter abnahm. Die Magdeburger wussten das zu nutzen und machten aus dem Rückstand eine 10:7-Führung (24.) und gingen mit einem 12:9 in die Pause. Bei der Auszeit 15 Sekunden vor der Sirene hatte Marko Bezjak zwar noch mal eine Extra-Idee, wurde aber von Wiegert gebremst. Der wollte selbst bei der klaren Führung keine Risiko-Aktion.

SCM zieht nach der Pause davon

War auch nach dem Seitenwechsel dank eines überragenden Thulin nicht nötig. Der Schwede hatte bis zur Pause mit neun Paraden und einer Fangquote von 50 Prozent den Gastgebern ordentlich die Nerven geraubt. Und zur Freude des aufgrund seiner Knieprobleme erneut nur auf der Bank sitzenden Jannick Green machte Thulin auch in Halbzeit zwei so weiter und fing sogar Gegenstöße der Löwen ab.  Nach 38 Minuten zog der SCM sogar auf 17:10 davon. „Was wir vernageln ist unfassbar“, tobte Löwen-Co-Trainer Klaus Gärtner kurz darauf in einer Auszeit. Und weil der SCM die Angriffe nicht mehr so konzentriert zu Ende spielte, schmolz der Vorsprung beim 18:14 (43.) auf vier Tore zusammen.

Thulin überragt mit 16 Paraden

Doch die Grün-Roten blieben so cool wie beim Europacup-Finale und lagen zehn Minuten vor Spielende wieder mit fünf Toren (22:17) vorn. Thulin hat sein Paradenkonto inzwischen auf 15 erhöht und am Ende sogar 16 und eine Fangquote von 42 Prozent auf dem Konto. „Das war ein richtig gutes Spiel von uns. Die Abwehr stand super. Und es ist einfach schön, dass wir Rang drei vorzeitig gesichert haben“, freute sich der Torwart.

Als in der 53. Minute ein 24:18 für den SCM an der Anzeigetafel stand, zweifelte keiner mehr an das Ende der schwarzen Magdeburger Serie gegen die Löwen. Die Löwen kamen zwar noch einmal auf 24:21 heran. Aber mehr ließen die Gäste um ihren besten Werfer Michael Damgaard (acht Tore) nicht zu. Viel mehr Sorgen machte Wiegert und Co. die Verletzung von Marko Bezjak. Der Spielmacher hatte sich kurz vor Schluss bei einem Wurf am linken Sprunggelenk verletzt, humpelte von der Platte und musste behandelt weden.