Eröffnung am Mittwoch Der Schatz von Molkenberg: Eine alte Legende kehrt zur Awo nach Jerichow zurück
Im Awo-Fachkrankenhaus Jerichow zieht am Mittwoch eine neue Ausstellung ein: Die fotografischen Bilder von Konrad Müller drehen sich um den „Schatz von Molkenberg“. Was steckt hinter der Sage?

Jerichow. - Unter dem Titel „Farbenglück“ schmückten seit Ende Juli letzten Jahres rund 40 Gemälde den langen Flur im Haupthaus des Awo-Fachkrankenhauses in Jerichow. Diese Auswahl an Acryl- und Aquarell-Gemälden, die beispielsweise Motive aus der Tierwelt oder der Architektur darstellen, wurde nun abgehängt.
Doch die Wände des langen Flures werden nicht leer bleiben, stattdessen zieht am heutigen Mittwoch, 18. Februar, eine neue Ausstellung in das Fachkrankenhaus ein. Diese trägt den Titel „Der Schatz von Molkenberg“ und wird um 14 Uhr mit einer Vernissage im Foyer des Hauses 6, Johannes Lange Straße 20, eröffnet.
„Schatz von Molkenberg“ in fotografischen Bildern ausgestellt
Kunstliebhaber und Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, sich die fotografischen Bilder anzuschauen und über den „Schatz von Molkenberg“ ins Gespräch zu kommen. Konrad Müller ist als Oberarzt im Jerichower Fachkrankenhaus tätig und stellt hier nun seine Arbeiten aus.

Das Präsentieren der Werke einzelner Künstler ist eine kleine Tradition in der Awo-Einrichtung: Mit der Ausstellung „Farbenglück“ hat im vergangenen Jahr erstmals eine Gruppe im Mittelpunkt gestanden, denn die Werke sind von den Mitgliedern der Genthiner Malgruppe der Kreisvolkshochschule geschaffen worden. Nach der erfolgreichen Premiere kehrt man nun zum gewohnten Konzept zurück.
Die Legende hinter dem „Schatz von Molkenberg“
Hinter dem „Schatz von Molkenberg“ verbergen sich die Wegemarken oder auch Sitzgruppen des Frau-Harke-Sagenpfades, der sich entlang der Wander- und Radwege des Elb-Havel-Winkels zieht. Die erste dieser Wegemarken wurde im Jahr 2011 in Molkenberg aufgestellt und trägt den Namen „Knorpelschenke“. Fünf Jahre später ist eine zweite Sitzgruppe aufgestellt worden – eben jener „Schatz von Molkenberg“.
Wie bei so manchem Schatz, steckt auch hier eine Legende dahinter: So stand in der Nähe des Dorfes einst eine Burg, von der aus Raubritter ihr Unwesen trieben. Die Räuber konnten trotz aller Bemühungen nicht geschnappt werden. Durch Zufall entdeckte ein Barbiergeselle im Wald ihr Geheimnis: Die Hufeisen ihrer Pferde waren verkehrt herum angebracht, sodass eine falsche Fährte gelegt wurde.
Weitere Geheimnisse rund um Molkenberg bei der Awo-Vernissage
Nachdem das Geheimnis nun gelüftet werden konnte, schlossen sich Männer aus Molkenberg, Parey und Schollene zusammen und überfielen die Burg. Da die Räuber gerade von einem Beutezug wiederkamen und getrunken hatten, leisteten sie wenig Gegenwehr. Während des Überfalls erbeutete der Barbier einen Tontopf mit Metallgegenständen, den er nach seiner Flucht von der brennenden Burg an den Magistrat von Rathenow übergab. Bis zur Zerstörung des Rathenower Heimatmuseums befand sich ein solcher Schatz vor Ort. Heute ist aus diesem Fund noch ein bronzener Ring erhalten und zu sehen.
Welche Schätze und Sagen es noch rund um Molkenberg gibt, erfährt man um 14 Uhr bei der Vernissage.