Handball / SCM

SCM mit viel Final-Four-Erfahrung

Am Samstagabend will der SCM gegen Wisla Plock ins morgige Endspiel der European Handball League einziehen. Und die Grün-Roten können beim Turnier in Mannheim mit viel Final-Four-Erfahrung ins Halbfinale gehen.

Von René Miller
Für SCM-Torwart Jannick Green und Spielmacher Marko Bezjak ist es schon das siebte Final Four mit dem SC Magdeburg.
Für SCM-Torwart Jannick Green und Spielmacher Marko Bezjak ist es schon das siebte Final Four mit dem SC Magdeburg. Foto: imago images

Magdeburg - Als sich die Handballer des SC Magdeburg gestern Mittag auf den Weg nach Mannheim zum Final Four der European League machten, saß auch viel Erfahrung im Bus. Fast alle Spieler haben solche Endrunden schon gespielt und wissen um das Besondere dieses Turniers, wo heute Abend (18 Uhr, DAZN) Wisla Plock aus Polen im Halbfinale wartet.

Siebte Final Four für Green und Bezjak

Allen voran Jannick Green und Marko Bezjak, für die es seit 2015 schon das siebte Final Four ist. Zusammen mit dem aktuell leider verletzten Matthias Musche hatten die beiden mit dem SCM vier Mal den DHB-Pokal und zwei Mal den EHF-Cup vor Augen. Nach dem schönsten Erlebnis muss man die zwei eigentlich nicht fragen. „Das war natürlich 2016, als wir den Pokal gewonnen haben“, sagen die beiden mit leuchtenden Augen und erinnern sich liebend gern an das 32:30 im Finale gegen Flensburg.

Pokalsieg 2016 und bittere Niederlagen

Im Jahr zuvor wurde im Finale gegen Flensburg das Siebenmeterwerfen mit 4:5 verloren, 2018 kam gegen die Rhein-Neckar Löwen im Halbfinale das Aus und 2019 gab es eine Endspiel-Niederlage gegen den THW Kiel. Auf internationalem Parkett mussten die Grün-Roten 2017 gegen Göppingen und 2018 gegen Saint-Raphael bittere Halbfinal-Niederlagen hinnehmen. „Die Niederlage gegen Flensburg war ärgerlich“, erinnert sich Bezjak. „Und die Niederlage gegen Saint-Raphael war ein großer Schock. In eigener Halle kam das für uns total unerwartet“, sagt Green mit einer immer noch vorhandenen Portion Frust.

Dass 2017 und 2018 das Spiel um Platz drei jeweils gewonnen wurde, kann die Magdeburger immer noch nicht trösten. Bezjak: „Man fährt zu diesem Turnier, um den Pokal zu holen.“ Dafür nehmen die beiden grün-roten Urgesteine im Europacup jetzt den dritten Anlauf. Besondere Rituale gibt es dafür nicht. Green: „Die Abläufe sind wie bei jedem anderen Auswärtsspiel auch. Wir fahren einen Tag vorher los, schwitzen wie immer am Vormittag an, gehen spazieren, trinken Kaffee. Es ist auch ganz gut, alles so normal wie möglich zu machen.“

Keine Extra-Motivation

Und Bezjak ergänzt: „Uns muss ja auch keiner sagen, was ein Final Four bedeutet. So ein Turnier ist allein schon große Motivation.“ Green: „Dafür brauchen wir auch keine Extra-Besprechung. Jeder weiß, um was es geht. Außerdem kennen das inzwischen ja auch schon viele in unserer Mannschaft.“ Neun der 15 zum Final-Four-Kader gehörenden Spieler waren mit dem SCM schon mal bei so einem Turnier dabei.

Volle Kraft im Halbfinale

Und wissen, dass Taktieren nichts bringt. Bezjak: „Du musst gleich im Halbfinale alles geben. Taktieren macht keinen Sinn.“ Green: „Kräfte einteilen und Rechnungen aufmachen, was eventuell reicht, kann man sich bei so einem Turnier in keinem Spiel leisten. Wichtig ist das erste Spiel. Das zweite kommt von allein.“

Großer Respekt vor Plock

Denn Wisla Plock wird nicht unterschätzt. Bezjak: „Das ist eine erfahrene Mannschaft, die seit Jahren in der Champions League spielt. Ich freue mich auch schon sehr auf dieses Spiel, weil ich im Europacup lieber auf Gegner treffe, gegen die ich in der Bundesliga nicht spiele. Das hat dann schon einen besonderen Reiz. Sie spielen in der Abwehr sehr offensiv, fast schon ein 3-3-System. Aber das ist nicht neu für uns.“ Green: „Wenn du die Gegner aus der Liga kennst, hat das immer Vor- und Nachteile. Aber wer diesen Wettbewerb gewinnen will, der muss auch mindestens eine deutsche Mannschaft schlagen.“

Europacup anders als Bundesliga

Dass es in der heimischen Liga zuletzt nicht mehr so erfolgreich lief, blenden der Torwart und der Spielmacher auch aus. Green: „Es wäre zwar schöner gewesen, mit einer Erfolgsserie zum Turnier zu reisen. Aber letztlich ist es etwas total anderes. An diesem einen Wochenende kann alles passieren. Als wir damals den Pokal geholt haben, waren wir eher der Underdog und haben trotzdem gewonnen.“ Bezjak erinnert sich deshalb lieber an die starke Phase in der Saison. „Die letzten Spiele sollten wir einfach hinter uns lassen. Denn dass wir es viel besser können, haben wir in dieser Saison doch schon oft gezeigt. Nur daran sollten wir denken.“