Handball / SCM

SCM will den Hattrick

Noch vier Spieltage sind in der Handball-Bundesliga zu absolvieren. Der SC Magdeburg will dabei einen Hattrick feiern und zum dritten Mal in Folge die Saison als Tabellendritter abschließen.

Von René Miller
So wie hier beim Sieg gegen Kiel überlässt SCM-Trainer Bennet Wiegert nichts dem Zufall und gibt seinen Spielern wichtige taktische  Anweisungen. Am Ende soll das in der Bundesliga zu Rang drei führen.
So wie hier beim Sieg gegen Kiel überlässt SCM-Trainer Bennet Wiegert nichts dem Zufall und gibt seinen Spielern wichtige taktische Anweisungen. Am Ende soll das in der Bundesliga zu Rang drei führen. Foto: Popova

Magdeburg - Durch den Gewinn der European Handball League hat der SC Magdeburg das ganz große Saisonziel bereits geschafft. Mit dem Titel und dem sicheren Ticket für den Europacup in der nächsten Saison geben sich die Grün-Roten aber nicht zufrieden. Schon bei der Siegesfeier nach dem Euro-Triumph waren sich alle einig, dass in der Bundesliga Rang drei verteidigt werden soll.

Vor den Löwen, Füchsen und Melsungen

Nach der Saison 2018/19 und der abgebrochenen Spielserie im Vorjahr wären die Magdeburger dann zum dritten Mal in Folge Dritter. Ein „Hattrick“, auf den der SCM absolut stolz sein kann. Schließlich würden dann die durchaus finanzstärkeren Clubs wie Rhein-Neckar Löwen, Melsungen und Füchse zum dritten Mal komplett hinter dem SCM landen. Mit dem 29:21 in Göppingen hat der SCM am Sonntag dafür zwei ganz wichtige Punkte geholt.

Noch zwei harte Auswärtsspiele

Noch sind aber vier Spiele zu spielen. Und für den SCM stehen in Mannheim gegen die Rhein-Neckar Löwen und beim Saisonfinale bei Pokalsieger Lemgo noch zwei richtig harte Auswärtsspiele an. Ludwigshafen ist morgen Abend (19 Uhr, Sky) in der Getec-Arena aber auch nicht zu unterschätzen. Schließlich brauchen die Eulen im Kampf gegen den Abstieg jeden Punkt.

Trotz des harten Programms und der langen Rückfahrt am Sonntag war auch gestern Training angesagt. „Wir wollen die Saison bis zum letzten Spieltag professionell über die Bühne bringen. Und vor Spielen brauche ich zur Vorbereitung zwei Tage. Wie hoch aufgrund unserer Belastungen die Intensität des Trainings sein wird, steht auf einem anderen Blatt“, erklärt Trainer Bennet Wiegert, den die Heimniederlage gegen Balingen immer noch mächtig wurmt. Denn das hat Balingen im Bundesliga-Keller zwei eher nicht eingeplante Punkte beschert. Noch einmal will sich der SCM in den Abstiegskampf aber nicht „einmischen“ und wird auch dementsprechend morgen auftreten.

Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Außerdem kann mit zwei Siegen gegen Ludwigshafen und am Sonnabend bei den Löwen Rang drei schon definitiv gefeiert werden. Die Füchse könnten dann zwar noch auf vier Punkte dran sein. Aber in der Bundesliga zählt am Ende dieser Saison nicht mehr das Torverhältnis, sondern der direkte Vergleich. Bei einer Niederlage gegen die Löwen könnte es für den SCM im Rennen um Rang drei also auch noch einmal eng werden. Allerdings müssten die Mannheimer dann wohl auch am letzten Spieltag den THW Kiel schlagen.

Kraus schwärmt von Wiegert

Rang drei am Saisonende wäre natürlich auch eine Bestätigung der Arbeit von Wiegert. Für Michael „Mimi“ Kraus hat Wiegert sogar das Zeug zum Bundestrainer. „Für mich ist er aktuell in der Bundesliga der Trainer schlechthin. Und ich glaube, dass wir ihn irgendwann als Bundestrainer sehen werden“, schwärmt Kraus, der 2007 mit dem deutschen Nationalteam Weltmeister wurde. Kraus lobt vor allem den Umgang von Wiegert mit seinen Spielern: „Das ist wie seine zweite Familie. Und die Mannschaft dankt ihm das auch.“

Bundestrainer-Amt kein Thema

Den SCM-Trainer freut es natürlich, wenn eine Handball-Größe wie Kraus so etwas sagt. „Das ist sehr nett von ihm und ehrt mich natürlich. Aber ich werde das auch nicht überbewerten, weil es kein Thema für mich ist.“ Denn mit dem SCM hat der 39-Jährige noch viel vor und will nicht Dauer-Dritter bleiben. So sieht es auch Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt: „Solche Aussagen bestätigen die Qualität unseres Trainers. Mit ihm hat der SCM noch große Ziele. Und außerdem hat das DHB-Team mit Alfred Gislason einen hervorragenden Bundestrainer.“