Handball

SCM zum Höhenflug bereit

Für den SCM soll gegen Pelister Bitola das Europacup-Viertelfinale her. Und Ostersonntag kommt Spitzenreiter Flensburg nach Magdeburg.

Magdeburg l Während die Spieler des SC Magdeburg es sich nach dem Sieg in Stuttgart bei der Rückfahrt am Sonntag im Bus gemütlich machten, tauchten im Laptop von Trainer Bennet Wiegert auch schon die Spielzüge der SG Flensburg-Handewitt auf. „Das heißt aber nicht, dass für mich das Spiel gegen Pelister Bitola im Europacup schon abgehakt ist. Im Bus ist bei solchen langen Fahrten aber genug Zeit, um schon einige Dinge vorzuarbeiten“, erklärt der 39-Jährige.

Dass die Grün-Roten bereits um 13.30 Uhr beim TVB spielten und deshalb noch am späten Abend zurück in Magdeburg waren, tat angesichts des engen Spielplanes richtig gut. Wiegert: „So konnten alle auch zu Hause genug schlafen. Denn durch die Sommerzeit wurde uns ohnehin noch eine Stunde genommen und wir spielen ja Dienstagabend schon wieder.“

Bei seiner Ansprache vor dem besagten Achtelfinal-Rückspiel heute Abend in der Getec-Arena (18.45 Uhr, DAZN) gegen Pelister Bitola kann Wiegert aber wohl noch so viel warnen – der eine oder andere Gedanke in seiner Mannschaft dürfte schon beim Ostersonntag sein. Denn da empfangen die Magdeburger im Top-Spiel der Handball-Bundesliga den Spitzenreiter aus Flensburg.

Mit einem 32:22 in Stuttgart haben die Grün-Roten ihre Erfolgsserie weiter ausgebaut und sind nunmehr 21 Pflichtspiele in Folge ungeschlagen. Heute kann somit in der Getec-Arena der bisherige Rekord von 22 Spielen eingestellt werden. Diese Bestmarke stammt aus der Saison 2016/17. Da wurde der SCM erst im Halbfinale des Final-Four-Turniers im damaligen EHF-Cup gestoppt.
Dieses Turnier, natürlich mit einem anderen Ausgang, ist auch im aktuellen Europacup-Wettbewerb das große Ziel. Und auch wenn es im Hinspiel vor einer Woche in Nordmazedonien ein klares 32:24 gab und dadurch die Tür zum Viertelfinale sperrangelweit offen steht, werden die Magdeburger das Spiel nicht halbherzig angehen. Wiegert: „Der Gegner kommt nicht nach Magdeburg gereist, um das Spiel nur abzuschenken. Bitola wird hier noch einmal alles probieren.“

Deshalb will der SCM gleich in der Anfangsphase ein Zeichen setzen und einen Vorsprung herauswerfen. Wiegert: „Wir wollen von Anfang an klarmachen, dass wir uns hier auf nichts einlassen und den Gegner nicht daran glauben lassen, dass noch etwas geht.“ Von einer möglichen Rotation im Hinblick auf das Flensburg-Spiel will der Trainer aber nichts wissen. Wiegert: „Das haben wir nicht vor, zumal wir auch keinen so großen Kader haben, um Spieler mal komplett rauszulassen. Wir werden aber wie schon in den letzten Spielen versuchen, die Spielminuten entsprechend zu verteilen.“  

Erfreulich für den SCM deshalb, dass sich Daniel Pettersson in Stuttgart in den Schlussminuten zurückmeldete. Der Rechtsaußen hatte sich bei der schwedischen Nationalmannschaft verletzt und in Hannover, gegen die Füchse und in Bitola nur zugeschaut. Auch Michael Damgaard ist wieder einsatzbereit. Dass er in Stuttgart weniger als in Bitola spielte, hatte wohl eher damit zu tun, dass er nach langer Verletzungspause nicht gleich wieder überbelastet werden soll.

Apropos Damgaard. Ihm war vor einem Jahr in Stuttgart übrigens das gleiche Kunststück wie am Sonntag Christoph Steinert gelungen. Dieser hatte ja nach der Pausensirene ganz clever mit dem letzten Freiwurf direkt durch die Mauer zum 16:14 getroffen. Damgaard verkürzte damals ebenfalls mitten durch den Block auf 17:15. Wiegert: „Daran kann ich mich noch genau erinnern, weil es auch unglaublich wichtig war, nur mit zwei Toren Rückstand in die Pause zu gehen. Außerdem war es damals das letzte Spiel vor dem Saisonabbruch. Deshalb ist das noch so präsent. Und dass wir in Stuttgart jetzt wieder so treffen, ist fast schon unglaublich.“

Mit einem Auge werden Wiegert und Co. heute auch nach Kristianstad schauen. Dort wird nämlich zwischen den schwedischen Gastgebern und Ademar Leon aus Spanien der mögliche Viertelfinalgegner des SCM ermittelt. Weil es bei den Spaniern einige positive Coronatests gab, wurde das für vergangenen Dienstag angesetzte Hinspiel abgesagt. Und da Leon aufgrund der EHF-Regelung dadurch das Heimrecht verwirkt hat, geht es in Kristianstad innerhalb von 24 Stunden in zwei Duellen ums Weiterkommen.
Einen möglichen Lieblingsgegner hat Wiegert nicht: „Ich beobachte beide Teams seit Jahren und kenne sie deshalb ganz gut. Bei Kristianstad wäre aber wohl die Anreise ein bisschen einfacher für uns.“ Zumal die Grün-Roten zwei Tage vor dem Hinspiel durch die Bundesliga-Partie in Nordhorn ja bereits im Norden unterwegs sind.