Magdeburg l Der SES-Boxstall lädt für heute zu einer Pressekonferenz in die Johanniskirche mit Dominic Bösel ein. Und wird bekanntgeben, dass der Halbschwergewichtler am 10. Oktober in der Getec-Arena seine beiden WM-Gürtel verteidigen will. Um den Gegner wird aber noch ein Geheimnis gemacht. Nach Volksstimme-Informationen soll es sich dabei aber um Robin Krasniqi handeln.

Dunn muss in Australien bleiben

Ursprünglich sollte Bösel die Interims-Krone der WBA und den Titel der IBO vor einem halben Jahr verteidigen. Doch der für den 28. März angesetzte Fight gegen den Australier Zac Dunn musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Der 29-Jährige hat sich zwar genau wie Bösel in den ganzen Wochen fit gehalten und auf den Tag X vorbereitet. Doch weil die Infektionen in Dunns Heimatstadt Melbourne wieder stark angestiegen sind und es Ausgangsbeschränkungen gibt, darf er nicht nach Deutschland reisen.

2000 Fans in der Getec-Arena erlaubt

Doch Bösel will endlich wieder in den Ring. Schließlich soll sein nächster Kampf sogar von der ARD übertragen werden. Weil auch aus anderen Ländern mögliche Gegner mit Reisebeschränkungen zu kämpfen haben, soll es nun zu einem deutschen Duell kommen. Und das vor 2000 Zuschauern. SES steht dafür in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und hat dafür auch ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet. Die Erfahrung von den zwei Veranstaltungen auf der Seebühne kommen Promoter Ulf Steinforth und seinem Team dabei natürlich entgegen.

Erfahrung durch die Seebühne

So souverän wie Bösel den Titel im November 2019 gegen den Schweden Sven Fornling erobert hat, würde im Falle eines Duells gegen Krasniqi vieles dafür sprechen, dass er den Titel behält. Aber Krasniqi verfügt über eine große Erfahrung, hat inzwischen 56 Profi-Kämpfe bestritten. Den letzten vor genau einem Monat auf der Magdeburger Seebühne. Da beendete er das Duell mit dem Tschechen Stanislav Eschner durch technischen K.o. in der 6. Runde vorzeitig.

Krasniqi wieder im Halbschwergewicht

Dafür war der 33-Jährige ins Halbschwergewicht zurückgekehrt. Und in dieser Gewichtsklasse wäre es für Krasniqi sogar schon die dritte direkte Chance auf einen WM-Titel. Im März 2015 verlor er in Rostock gegen Jürgen Brähmer im WBA-Duell. Und zwei Jahre zuvor gab es in London nach WBO-Version eine Niederlage gegen den Briten Nathan Cleverly. Für Kampfeslust dürfte bei Krasniqi aber vor allem die Niederlage in einem anderen Stallduell sorgen. Im Mai 2019 verlor er dabei gegen Stefan Härtel seinen EM-Gürtel im Supermittelgewicht.

Bösel hat Titelerfahrung

Bei Bösel lief zuletzt dagegen alles nach Plan. Im März 2018 holte er sich den EM-Gürtel gegen Serhiy Demchenko, den er gegen Enrico Kölling und Timy Shala verteidigte. Und dann hat er sich vor einem Jahr in Halle seinen großen Traum erfüllt und bekam dafür viel Lob. Bösel hat also Erfahrung darin, Gürtel zu verteidigen und zu gewinnen.