Las Vegas/Magdeburg l Seit gut zwei Wochen ist Tom Schwarz schon in Las Vegas. Den Jetlag von minus neun Stunden gegenüber der Zeit in Deutschland hat der SES-Boxer längst aus dem Körper geschüttelt. Und selbst Temperaturen von 30 Grad hielten den 25-Jährigen nicht davon ab, sich weiter fleißig auf den Schwergewichts-Kampf gegen Tyson Fury in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag (live im MDR) vorzubereiten.

Im Ring steht Schwarz zwar allein, aber ins Spielerparadies begleitet ihn ein großes Team – und seine große Liebe. Mit seiner Verlobten Tessa plant er rund um den Mega-Kampf sogar die Hochzeit. Schwarz: „Wir beide sind füreinander gemacht. So wie es zwischen uns läuft, das habe ich noch nie erlebt. Tessa bedeutet mir alles.“ Wie, wann genau und wo sich beide das Ja-Wort geben, soll passend zu ihrer Liebe eher spontan entschieden werden.

Friese gab für Schwarz seinen Job auf

Bis Sonnabendnacht ist Schwarz aber noch fest in den Händen seiner beiden Trainer René Friese und Roberto Norris. Friese hatte das Amt im Januar übernommen, nachdem sich Schwarz von Dirk Dzemski getrennt hatte. „Eine Ehre für mich. Und wir wollen zusammen Boxgeschichte schreiben“, erklärt der 47-Jährige. Der hat sich mit seinem alten Arbeitgeber, einer Fahrzeugbau GmbH, sogar auf einen Aufhebungsvertrag geeinigt, um nicht mehr nur abends oder am Wochenende mit seinem Schützling trainieren zu können. „Das würde sonst ja auch gar nicht funktionieren“, meint Friese.

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Für den Fury-Kampf ins Trainerteam gerutscht ist Roberto Norris. Der gebürtige Kubaner lebt in Las Vegas, ist dadurch natürlich vor Ort gut vernetzt. Schwarz: „Er hat auch wichtige Akzente im Training gesetzt und mit mir Übungen gemacht, die ich so noch gar nicht kannte.“ Der 52-Jährige hat Schwarz auch schon während des Trainingslagers im Bayerischen Wald darauf eingestimmt, was ihn in Las Vegas erwartet. Dort ist Norris auch am Kampfabend ganz wichtig, weil er die Gegebenheiten bestens kennt, auf Ansagen des Ringrichters, Sprüche aus der anderen Ecke oder Ähnliches sofort reagieren kann.

Große Stücke hält Schwarz auch auf Fitnesscoach Sepp Maurer, der ihn im Trainingscamp in der Höllhöhe ins Schwitzen gebracht hat.

SES-Boss Steinforth auch in Las Vegas

Am Montag kam auch SES-Promoter Ulf Steinforth in der Wüstenmetropole eingeflogen, er hatte vor zwei Wochen noch Adam Deines bei dessen Kampf in Macau (China) begleitet. Ohne Steinforth würde es das Duell mit Fury nicht geben. Der 51-Jährige hat die Kontakte im Boxgeschäft, ebnete schon zahlreichen Kämpfern, allen voran Ex-Weltmeister Robert Stieglitz, eine große Karriere. Steinforth: „Ich führe die Jungs ins Finale. Gewinnen müssen sie selbst.“

Eine wichtige Bezugsperson für Tom Schwarz ist auch Burim Sylejmani. Der 36-Jährige ist Gesellschafter der Magdeburger Firma Insolvenzverkauf und berät den Boxer in wichtigen Fragen. „Er ist wie ein Vater für mich“, sagt Tom Schwarz. „Zu ihm kann ich mit allen Fragen kommen und habe auch vollstes Vertrauen in ihn.“

Seit einer Woche ist Cutman Jörg Hohmann vor Ort. Der hat anfangs bei SES im Security-Bereich gearbeitet und ist inzwischen als Helfer in der Ecke der SES-Kämpfer nicht mehr wegzudenken.

Nicht zu vergessen SES-Pressesprecher Christof Hawerkamp, der mit seinem perfekten Englisch vor Ort die Interviews koordiniert, vieles organisiert und den Kampf in den sozialen Netzwerken entsprechend platziert.